Kleinleitzkau l Bei sonnig-warmem Herbstwetter wurde in Kleinleitzkau das alljährliche Erntedankfest gefeiert. Jung und Alt ließen sich die traditionelle Veranstaltung nicht entgehen, zu deren Auftakt ein Gottesdienst stattfand. Kreisoberpfarrer Jürgen Tobies war in die Weinberg- gemeinde gekommen, um nicht zuletzt diejenigen zu segnen, die die liebevoll drapierten Erntegaben zusammengetragen hatten.

Gaben einsammeln

Denn es ist Brauch, dass der Nachwuchs aus Kleinleitzkau und Garitz von Haus zu Haus geht, um die Einwohner beider Orte um Erntegaben zu bitten. So zogen 14 Mädchen und Jungen am Freitag wieder mit ihren Bollerwagen los. Und die Bürger zeigten sich äußerst spendabel. Kürbisse, Bohnen, Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Möhren, Mehl, Kaffee, Eier und einiges mehr konnten die Kinder entgegennehmen.

Auch dieses Mal wurden die Lebensmittel weitergereicht. Verschiedene Einrichtungen profitierten bereits von der Aktion wie beispielsweise die Zerbster Tafel. Dieses Mal jedoch gingen die Erntegaben in das Betreuungszentrum „Marie von Kalitsch“ in Bärenthoren. In der Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes erhalten hilfsbedürftige und suchtkranke Menschen Pflege und Betreuung. Im Rahmen der Therapie haben die Bewohner unter anderem die Möglichkeit, in der Küche tätig zu sein. „Für die Theraphieküche ist das alles gedacht“, erläuterte Detlef Both, als er die Spenden abholte.

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Zeit zum Ausprobieren

Unterdessen hatten es sich die Besucher an den Tischen unter dem großen Festzelt gemütlich gemacht. Plaudernd genossen sie die deftigen Köstlichkeiten frisch aus dem Backofen. Mit mehreren Blechen Speckkuchen sowie Pizza und Flammkuchen sorgten die Mitglieder des Heimat- und Backofenvereins Garitz/Kleinleitzkau dafür, dass niemand hungrig heimkehren musste. „Unsere neueste Kreation ist Flammkuchen mit Paprika und Schafskäse“, erklärte Alexander Reich. Im Herbst hätten sie Zeit zum Ausprobieren, bemerkte er.

Und Zeit zum Mitfeiern, wie Vereinsvorsitzender Wolfgang Grube lächelnd anmerkte. Denn seinen Ursprung habe das Erntedankfest in der Idee, eine Dankeschönveranstaltung für die zahlreichen Helfer durchzuführen, die stets beim beliebten Backofenfest an Pfingsten mit anpacken. Daneben soll es ein Fest für die Dorfbewohner sein, eben ein Fest in deutlich kleinerem Rahmen, bei dem dennoch einiges zu tun ist.

Beim Schneiden des Specks und der Zwiebeln erhielt der Verein erneut tatkräftige Unterstützung von etwa 20 älteren Damen der Ortsgruppe der Volkssolidarität, so Wolfgang Grube. Noch einmal genauso viele Helfer kämen hinzu, um das Zelt aufzubauen, alles zu dekorieren und sich um den Ofen und das Backen zu kümmern. Immerhin wurden nicht nur Pizzas und Flammkuchen belegt, sondern ebenfalls 99 Laiber Brot geformt und einige davon noch verfeinert. „Wir haben Brot in drei Variationen im Angebot – Mischbrot, Körnerbrot und Zwiebelbrot“, listete der Vereinsvorsitzende auf. Den benötigten Teig hatte die Zerbster Holzofenbäckerei Handrich angerührt.

Deftige Brote und süßer Kuchen

Wer es süßer mochte, war am Tresen der Garitzer Kita genau richtig. Eltern, deren Sprösslinge das „Spatzennest“ besuchen, hatten ebenfalls tüchtig gebacken. Zum Kaffee servierten sie den Gästen verschiedene Sorten Kuchen. Der Erlös ging an die Einrichtung.

Und während die Erwachsenen gesellig beisammensaßen, tollte der Nachwuchs gut gelaunt auf der Hüpfburg umher. Zufrieden beobachtete Ortsbürgermeister Mario Rudolf das Geschehen und schloss sich dem Dankeschön von Wolfgang Grube an, das jener an alle fleißigen Helfer richtete. „Bei Kaiserwetter hat alles wunderbar geklappt“, freute sich der Vereinsvorsitzende über die gelungene Veranstaltung.