Aus dem Winterschlaf geholt

Ehrenamtliche richten landwirtschaftliche Geräte als Dekoration entlang des Kornmuseums in Nutha her

Von Petra Wiese
So präsentiert sich die Kräuterspirale nach dem Arbeitseinsatz, nachdem die Mitglieder des Kornmuseumsteam angepackt haben.
So präsentiert sich die Kräuterspirale nach dem Arbeitseinsatz, nachdem die Mitglieder des Kornmuseumsteam angepackt haben. Foto: W. Kienzler

Nutha

Auf der Wiese vor dem Kornmuseum blühen Gänseblümchen. Seit der vergangenen Woche stehen wieder die alten landwirtschaftlichen Geräte als Dekoration entlang des Gebäudes. Die standen über den Winter abgedeckt hinterm Haus oder waren im Keller untergestellt. Mitglieder vom Kornmuseumsteam haben sie für die Saison wieder hervorgeholt. Einige der alten Stücke konnten notdürftig repariert werden. 

Einen weiteren Arbeitseinsatz gab es in dieser Woche. Hubert und Roswitha Schrödter sowie Birgit Herrmann machten sich daran, die Kräuterspirale am Kornmuseum wieder auf Vordermann zu bringen, während Wolfgang Kienzler sich um die Pumpe kümmerte. Da hatte die Truppe ganz schön mit überflüssigem Bewuchs zu kämpfen. Einen ganzen Vormittag dauerte das gärtnerische Unterfangen. Ein Autoanhänger voll Dreck kam zusammen. 

Es sind nur die wenigen Leute vor Ort, die sich um das Kornmuseum kümmern. Bei 1- Euro-Jobbern sei man nicht bedacht worden, bedauert Roswitha Schrödter. „Zu besten Zeiten gab es sogar drei Leute, die sich um das Kornmuseum gekümmert haben“, daran hatte Nuthas Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe gerade im jüngsten Ortschaftsrat erinnert. Jetzt gibt es keinen mehr. Die Arbeiten bleiben an den Ehrenamtlichen hängen. Die Ortsbürgermeisterin lobte die jüngsten Aktionen des Teams. 

Viel Arbeit im Kornmuseum

Sie war davon ausgegangen, dass es Arbeitskräfte für Objekte gar nicht mehr gibt, so Sylvia Rothe. Inzwischen habe sie jedoch erfahren, dass es doch wieder möglich sei, eine Kraft vor Ort zu bekommen. Sie würde die Arbeitskraft auch mit einer anderen Einrichtung teilen. Man bräuchte einfach jemanden vor Ort, der sich um viele kleine Dinge kümmert. Der Blick der Nuthaer geht derweil nach Walternienburg, wo eine Arbeitskraft für die Burganlage gefunden wurde. 

Welche Maßnahme auch immer greifen kann, wollte Sylvia Rothe auf jeden Fall wieder den Antrag stellen, um jemanden nach Nutha zu bekommen. Arbeit fällt reichlich an im Kornmuseum. Noch mehr natürlich, wenn Publikumsverkehr herrscht. Derweil versuchen zumindest die vier oben genannten, alles aufrecht zu erhalten. Auch wenn nichts passiert, fällt Staub an. 

Saubermachen, ein bisschen neu dekorieren, die Sträuße auffrischen, zählt Birgit Herrmann Arbeiten auf, die noch gemacht werden sollen. Bevor es wieder losgeht. Wann das ist, weiß niemand. Vielleicht Ende Mai, wie im vergangenen Jahr. Dann will man versuchen, Veranstaltungen, wie sie im Plan stehen, entsprechend der Hygienevorgaben durchzuführen. Vorausgesetzt natürlich, dass diejenigen, die die Kreativnachmittage anleiten, auch gut durch die Pandemie gekommen sind. 

Töpferkurse bleiben offen

Offen ist immer noch der zweite Teil des Töpferkurses mit der Keramikerin Silke Paasch. Nach dem ersten Teil im vergangenen Jahr war Schluss, Veranstaltungen konnten nicht mehr stattfinden. Die getöpferten und gebrannten Sachen warten noch auf ihre Farbgebung. Mit Lichterkette und Teelichtern in den Fenstern über die Weihnachtszeit und zuletzt Osterdekoration versuchte man in der Pandemiezeit in Nutha Akzente zu setzen. Den Kontakt untereinander hielten die Mitglieder vom Kornmuseumsteam per Whatsapp oder Telefon. Den Ball flach halten, war angesagt, Kontakte vermeiden. Das hielt natürlich keinen davon ab, sich Gedanken zu machen, was man vielleicht machen kann, wenn es wieder geht. Ein paar Ideen hätte sie da schon, so Birgit Herrmann. Anregungen gibt es im Internet und woanders reichlich. Man müsse natürlich sehen, was an einem Nachmittag machbar ist und, dass die Leute etwas mit nach Hause nehmen können. „Uns gibt es noch“, so lautet die Message aus dem Kornmuseum, das mit all den Gerätschaften wieder einen schönen Anblick bietet. Eine „Baustelle“ gibt es noch nebenan vor dem Gemeindehaus. Der Lavendel muss dringend heruntergeschnitten werden. Ob der Bauhof dafür die Zeit findet?

Mitglieder vom Kornmuseumsteam in Nutha machten sich daran, die Kräuterspirale wieder herzurichten.
Mitglieder vom Kornmuseumsteam in Nutha machten sich daran, die Kräuterspirale wieder herzurichten.
Foto: W. Kienzler