Volksstimme: Bereits im Frühjahr startete die DLRG ihr Angebot der Corona-Einkaufshilfe – wie wurde es damals angenommen?
Nico Güth:
Als im März die Einkaufshilfe anlief, tat sich zunächst einmal gar nichts. Und gerade, als wir Überlegungen anstellten, ob das Projekt vielleicht überflüssig sei, ging es richtig los. Mehrere unserer Helfer waren teilweise mehrmals pro Woche in den Supermärkten der Stadt unterwegs.

Wie hat sich die Nachfrage entwickelt? Steigt sie derzeit wegen des Teil-Lockdowns?
Es ist ein altes Lied. Mit zunehmender Dauer der Pandemie werden die Leute sorgloser. So konnten wir im Laufe der Zeit beobachten, wie unsere Kunden immer weniger wurden. Der November-Lockdown wirkt sich hier bis jetzt nicht in einer erhöhten Nachfrage bei uns aus.

Wer kann die Einkaufshilfe in Anspruch nehmen?
Prinzipiell ist jeder eingeladen, sich bei uns zu melden, der zu einer Risikogruppe für einen besonders schweren Krankheitsverlauf gehört. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass wir beispielsweise auch bewegungseingeschränkte Personen unterstützen. Jeder, der nicht selbst einkaufen gehen kann oder sich aufgrund der Pandemie-Lage nicht traut, ist bei uns richtig.

Wie viele Kameraden sind in der Einkaufshilfe aktiv?
Schätzungsweise können wir auf etwa zehn Leute zurückgreifen.

Wie oft gehen Sie für jemanden einkaufen?
Eingekauft wird so, wie es für unsere „Kunden“ nötig ist. Wir wünschen uns nur zwei Tage Vorlauf von der Bestellung zur Lieferung. Also zum Beispiel: Bei Anruf am Dienstag können wir donnerstags liefern. Im März war im Gespräch, Bestellungen zu sammeln und dann gesammelt einzukaufen und auszuliefern. Da wir aber nie eine Flut der Bestellungen hatten, die das nötig gemacht hätte, wurde der Gedanke relativ schnell verworfen.

Wo melden sich Interessenten, die das Angebot der DLRG-Einkaufshilfe gern in Anspruch nehmen wollen?
Wir haben viele Möglichkeiten geschaffen, um Kontakt mit uns aufzunehmen. Zum Beispiel wurde eine eigene E-Mail-Adresse dafür eingerichtet. Außerdem haben wir ein Telefon angeschafft, auf dem wir tagsüber Anrufe zum gesamten Verein, also auch zur Einkaufshilfe beantworten. Über Facebook und Instagram sind wir zusätzlich erreichbar. Auf der Website für die Einkaufshilfe sind alle Kontaktmöglichkeiten aufgeführt. Zusätzlich findet sich dort auch ein Formular zum Ausfüllen. Auch das ist eine Möglichkeit, Kontakt zu uns herzustellen.

Können sich nur Zerbster melden oder auch Bürger aus dem Umland?
Wir haben unser Angebot von Anfang an auf die Einheitsgemeinde Zerbst/Anhalt ausgerichtet. Das heißt, auch Bürger aus dem Umland können sich bei uns melden. Zusätzliche Kosten fallen nicht an. Es wird nur das gezahlt, was auf dem Einkaufszettel steht.