Steutz l Es ist etwa 9 Uhr als die Angestellten auf der Elbfähre Aken ungläubig in die Elbe starren: Ein Fahrzeug treibt im Fluss und geht dabei schnell unter. Die Fährmänner alarmieren sofort die Rettungskräfte.

In die Elbe gefahren

Was passierte, kann nur rekonstruiert und vermutet werden: Auf der Steutzer Elbseite war gestern etwa 50 Meter von der Fähranlegestelle entfernt stromabwärts offensichtlich ein Pkw in den Fluss gefahren. Die frischen Reifenspuren waren noch deutlich im Schnee und auf dem Rasen zu erkennen

Die Kameraden der Steutzer Wehr waren die ersten, die dann am Unglücksort eintrafen. Wenig später folgten die Ortswehren Steckby und Zerbst. Auf der anderen Elbseite hatten sich die Kameraden der Akener Wehr postiert.

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Auch die Wasserschutzpolizei, ein Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera und die DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) trafen wenig später an der Unglücksstelle ein.

„Am Freitag gegen 9 Uhr erhielt die Polizei von der Rettungsleitstelle Anhalt-Bitterfeld die Information, dass ein Kraftfahrzeug in die Elbe bei Steutz gefahren sein soll“, erklärt Doreen Wendland, Pressesprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost in Dessau. Daraufhin seien umfangreiche Suchmaßnahmen zum Auffinden und Bergen des Fahrzeuges im Bereich der Elbe unterhalb der Fähre in Höhe der Ortslage Steutz bis zur Hafeneinfahrt des Industriehafens Aken durchgeführt worden.

Starke Strömung

Zunächst suchten die Rettungskräfte die nähere Umgebung ab, wo das Fahrzeug in die Elbe gefahren ist – ohne Erfolg. Die Kameraden der Feuerwehr und der DLRG erweiterten den Suchradius. Inzwischen war auch ein Schiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes Wittenberg eingetroffen, das ein Sonar an Bord hat.

Zeitweilig waren fünf Boote der Feuerwehr, der DLRG und des Schifffahrtsamtes auf der Elbe unterwegs, um das versunkene Fahrzeug zu finden.

Gegen 11.30 Uhr konnte dann das Fahrzeug, ein Dacia, durch Suchkräfte der DLRG und der Feuerwehr etwa 120 Meter flussabwärts von der Einfahrtsstelle bei Steutz in der Elbe gefunden werden.

Die momentan starke Strömung auf der Elbe hatte das Auto abtreiben lassen. DLRG-Taucher sicherten das Fahrzeug um ein weiteres Abtreiben zu verhindern. Aus dem nahegelegenen Industriehafen wurde ein Kran des Schifffahrts- amtes zu Hilfe gerufen. Gegen 12.30 Uhr konnte der Kran das Fahrzeug schließlich aus dem Fluss bergen.

„Im Fahrzeug befand sich eine leblose Person. Es handelt sich dabei um einen 76-jährigen Mann aus Zerbst“, so Doreen Wendland.

Die näheren Umstände des tragischen Ereignisses liegen noch im Unklaren. Die Polizei Anhalt-Bitterfeld hat die Ermittlungen zur Todesursache und zum Unfallhergang aufgenommen.