Zerbst l 2001 als Einzelkämpfer gestartet, ist Ralf Kleinodt inzwischen Geschäftsführer eines Unternehmens mit mehr als 50 Mitarbeitern. Kontinuierlich haben sich die Firma KD Elektroniksysteme entwickelt, deren Firmensitz seit 2014 im Zerbster Ahornweg liegt und die sich mit ihrer patentierten dimmLight-Technologie einen Namen gemacht hat.

„Dennoch sind wir noch immer recht unbekannt, das merkt man bei der Suche nach Arbeitnehmern“, erzählte Kleinodt den Linken-Politikern aus Anhalt, deren Sommertour sie in den Betrieb am Rande der Stadt geführt hatte. Energiesparen ist schließlich ein Dauerthema und das Geld der Kommunen knapp. Und mit den Geräten von KD, mit denen Natriumdampflampen gedimmt werden können, lassen sich die Stromkosten für öffentliche Straßenbeleuchtungen reduzieren, ohne Laternen abzuschalten – maximal bis 67 Prozent, im Jahresmittel um 46 Prozent, wie Kleinodt sagte.

Produkte in 400 Städten

Er nutzte die Gelegenheit, um für sein innovatives Produkt zu werben, von dem die Zerbster inzwischen gut 400 Städte und Gemeinden überzeugen konnten. Naumburg beispielsweise rüstete seine Straßenbeleuchtung komplett auf die zerbster Dimmtechnologie um, andere nur einzelne Straßenzüge.

Wie Kleinodt schildert, wird die Technologie stetig weiterentwickelt. Mittlerweile ist die dritte Gerätegeneration auf dem Markt. Der Absatz gestaltet sich jedoch schwierig. „Aktuell sind die Rahmenbedingungen nicht so ideal“, sagt der Geschäftsführer. LED werde als „der Heilsbringer“ propagiert. Er wünscht sich eine neutralere Betrachtung.

LED bringt mehr Geld

Kleinodt spricht vom einem „Kampf gegen Windräder“. Denn mit LED lasse sich nunmal viel Geld verdienen, meint er. Hinzu komme, dass Kommunen, die ihre Beleuchtung auf LED umstellen, finanziell vom Bund unterstützt werden. Er erzählt von den bislang vergeblichen Versuchen, in Förderprogramme hineinzukommen. „Man fördert nicht technologieoffen und schränkt damit den Erfinderreichtum ein und hemmt die Entwicklung“, kritisierte er.

Ein weiterer Grund, weshalb Kommunen lieber auf LED umstellen anstatt in die dimmLight-Technologie zu investieren, liegt in der Befürchtung, dass Natriumdampflampen aus dem Verkehr gezogen werden. Doch die kostengünstigeren und langlebigen Lampen, die noch weit verbreitet sind, bleiben erlaubt, beruft sich Kleinodt auf das Umweltbundesamt. „LED ist nicht immer die beste Lösung, man muss viele Faktoren betrachten“, gab er zu bedenken.

Balance zwischen LED und dimmLight

„Wir bemühen uns, ein Mittelmaß zwischen LED und dimmLight zu finden“, formulierte es Heike Krüger, Leiterin des Zerbster Bau- und Liegenschaftsamtes im Gespräch mit der Volksstimme. In Lindau, Reuden, Güterglück, Gödnitz und Flötz sei die Straßenbeleuchtung teilweise auf die patentierte Technologie von KD umgerüstet, auch in einigen Zerbster Straßen wie beispielsweise Breite, Alter Teich oder auch auf dem Markt und am Bahnhofsvorplatz werden die Laternen gedimmt.

Wie Dietmar Habelmann vom Tiefbauamt erläuterte, erfolgt die Umrüstung einer Straßenbeleuchtung im Zuge von Baumaßnahmen. Dabei werde stets individuell geprüft, welche Technologie eingesetzt wird. „Das ist abhängig von der Schaltung.“ So werden die Laternen in der Käsperstraße, die derzeit grundhaft saniert wird, auf LED umgestellt. Anders sieht es in der Karl-Marx-Straßen aus, wo ebenfalls der Ausbau läuft. Die dortige Beleuchtung wird mit an die des Bahnhofs gehängt und deshalb mit Dimmtechnik ausgestattet.

Technologie entwickelt sich rasend

„Wichtig ist, dass die Leuchtgeräte und die Vorschaltgeräte dauerhaft erhältlich sind“, nannte Krüger einen weiteren Aspekt, der bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielt. Denn die technologische Entwicklung sei enorm schnell. Sie erwähnte zudem die Astro-Uhren, die zusammen mit KD im Stadtgebiet eingesetzt werden und deren Schaltzeitpunkt sich nach den Sonnenauf- und -untergängen richtet. Auch dadurch sollen Energiekosten gespart werden.