Zerbst l Die Beschwerden in Zerbst zum Abladen von illegalem Müll gehen weiter. Die Lange Straße, Ecke Wegeberg und der Fischmarkt am ehemaligen Blumenpavillon gerieten bereits in den Fokus. Nun haben Bürger erneut auf einen solchen Müllablageplatz am Breitestein 38 bis 46 aufmerksam gemacht. Und nicht nur dort gibt es ein Problem.

„Wir können das Müllproblem nicht ausschließlich an unseren Objekten ausmachen. Anscheinend scheint dies ein allgegenwärtiges Problem zu sein“, sagt Daniela Kock, Geschäftsführerin der BWZ (Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst mbH). So sei ihr beispielsweise aufgefallen, dass oft an öffentlichen Sammelcontainern für Glas und Kleider einfach wahllos zusätzlicher Müll achtlos weggeworfen werde.

Maßnahmen zeigen keinen Erfolg

Leider sei in Zerbst der vorherrschenden Situation nur schwer entgegenzuwirken. „Auch vor dem Hintergrund, dass einige Müllplätze leicht zugänglich sind und nachts zu unbeobachtetem Abladen von Sperr- und anderem Müll einladen“, ärgert sich Kock. So sei es auch am Müllplatz Breitestein 38. Deutlich erkennbar seien hier großspurige Auto- beziehungsweise Reifenspuren, die nicht von den Mietern des Hauses stammen.

Bilder

„An dem Müllplatz haben wir sogar einen externen Mülldienstleister mit ins Boot geholt, um nicht nur die Mülltrennung nachhaltig zu verbessern, sondern auch die Falschbefüllungen unserer Tonnen zu regulieren“, sagt die BWZ-Geschäftsführerin. Dies führe dazu, dass der verschlossene Müllplatz ordentlich ist, jedoch die umlaufende, frei zugängliche Grundstücksfläche weiter stark vermüllt werde.

Mieter werden informiert

Ob man denn die neuen Mieter, die offensichtlich nicht mit der Vorgehensweise in Sachen Müll- und Sperrmüllentsorgung vertraut sind, informiere? Natürlich würden alle Mieter zu Vertragsbeginn umfassend informiert. „Hier bedienen wir uns auch den vielfältigen Info-Materialien, die von den Anhalt-Bitterfelder Kreiswerken (ABI KW) im Internet zur Verfügung gestellt werden“, betont Daniela Kock.

Die Vielschichtigkeit zur Entsorgung der unterschiedlichen Müllsorten scheine jedoch zu überfordern. „So müssen Farbeimer zum Schadstoffmobil gebracht werden – das ist aufwendig und erfordert Planung. Viele scheinen nicht die vier bis acht wöchige Frist abwarten zu wollen, da scheint es doch einfach, die Entsorgung anderen aufzugeben“, erklärt Kock.

Anzeigen gegen Müllsünder

Da alle bisherigen Maßnahmen – Absprache mit den ABI KW über regelmäßige Sperrmüllabholung, wiederholte Mieteranschreiben an besonders schlimmen Plätzen nicht gefruchtet haben, habe sich die BWZ zu Jahresbeginn nun entschlossen, weitere Schritte einzuleiten.

„Durch konsequentes Anzeigen der Verschmutzungen beim Landkreis erhoffen wir uns nun zusätzlich Unterstützung von der Landkreisverwaltung, die auf Nachweis des Verschuldens auch Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet“, erläutert Kock die neue Vorgehensweise. „Aktuell laufen hier zwei Verfahren zu deren Sachstand wir allerdings keine Informationen haben“, so Kock. An einem der Müllplätze habe durch dieses Verfahren nachhaltig die Vermüllung des Grundstückes außerhalb unseres Müllplatzes verbessert werden können.

Dennoch sei sie der Meinung, dass diesem Problem nur durch gemeinsame Erziehung entgegengewirkt werden könne. Hierzu gehöre eben auch das konsequente Anzeigen der Müllsünder. „Dazu sollten alle Bürger die Augen offen halten, und wenn solche Fälle beobachtet werden, diese auch melden oder anzeigen“, schlägt Daniela Kock vor. „Es gibt fünf laufende Verfahren für das Jahr 2017 und 2018 zu den genannten Grundstücken der BWZ in Zerbst, ein Verfahren ist bereits abgeschlossen“, bestätigt Marina Jank, Pressesprecherin der Landkreisverwaltung.

„Kann einer Person die illegale Abfallentsorgung nachgewiesen werden, so wird je nach Menge und Abfallart ein Verwarngeld bis zu einer Höhe von 55 Euro, oder ein Bußgeld bis zu einer Höhe von 100.000 Euro erhoben“, erläutert die Pressesprecherin.