Kirche Polenzko beherbergt eindrucksvolle sakrale Barockkunstwerke

Epitaphe erinnern an Patronatsfamilie

Von Daniela Apel

Die Kirche von Polenzko beherbergt nicht nur die größte Weihnachtskrippe Deutschlands. Im Inneren des romanischen Feldsteinbaus befinden sich ebenfalls vier eindrucksvolle Epitaphe. Das älteste der barocken Andachtsbilder gelangte vor genau 300 Jahren an seinen Platz und erinnert an Eleonora Dorothea von Metsch.

Polenzko. Sitzend richtet die Frauengestalt den Blick nach oben. Auf ihren Knien ruht ein Bildnis. Es ist das in Stein gemeißelte Porträt von Eleonora Dorothea von Metsch, einer geborenen Thumshirn aus dem Hause Schönau. Von dieser Verbindung zeugen auch die beiden Wappen auf dem Sockel des barocken Epitaphs, das seit 1711 das Innere der Kirche ziert. Genau 300 Jahre ist es her, dass die aufwendig gearbeitete Tafel an der Nordwand angebracht wurde, wie Familie Sehl aus Polenzko hinweist. Es handelt sich damit um das älteste der vier eindrucksvollen Epitaphe, die für die aus dem Vogtland stammende Patronatsfamilie von Metsch anfertigt wurden. Die Andachtsbilder sind aus Sandstein, teils vergoldet und farbig bemalt. Vor allem die Figuren zeichnen die sakralen Kunstwerke aus.

Das Epitaph für Eleonora Dorothea von Metsch befindet sich unmittelbar neben dem Aufgang zur Kanzel und konnte vom Platz der auf der Empore sitzenden Adelsfamilie gut eingesehen werden. Inzwischen hat die Zeit deutlich ihren Spuren an der Gedenktafel hinterlassen. So ist ein Fuß der Frauengestalt bereits abgebrochen. Auch die Inschrift lässt sich heute nur noch schwer entziffern.

Mit der Unterstützung eines Nachfahren derer von Metsch machte sich Familie Sehl allerdings die Mühe, den Text einmal zu entschlüsseln. Darin steht, dass besagte Eleonora mit 50 Jahren "seelig verstorben" ist und in Polenzko begraben wurde. Sie brachte fünf Söhne und acht Töchter auf die Welt. Weitere Recherchen rundeten die Biographie der "Hoch-Wohlgeborenen Frey Frau" ab. So erblickte sie am 21. Dezember 1641 das Licht der Welt. Ihr Vater, Wilhelm Abraham von Thumshirn, war fürstlich anhaltischer Landrat, ihre Mutter war Dorothea Marie Vitzthum von Eckstädt. Am 16. November 1659 heiratete Eleonora schließlich Johann Ernst von Metsch, dessen Epitaph gleich neben ihrem eingebaut wurde. Am 7. Dezember 1691 starb sie. Die Erinnerung an sie blieb durch die steinerne Gedenktafel bewahrt.

Nun gilt es, die einzigartigen Epitaphe zu bewahren. Überhaupt muss die 1884 rundum erneuerte Kirche dringend saniert werden. Neben dem Glockenstuhl und dem Turm weist die Holzdecke schwere Schäden auf. Auch das Dach muss neu gedeckt werden. Die Kosten für die notwendigen Maßnahmen werden derzeit auf rund 400000 Euro geschätzt - für die gerade 200 Mitglieder zählende Weinberggemeinde Garitz, zu der Polenzko gehört, ist das eine enorme Summe, die sie ohne finanzielle Unterstützung nicht stemmen kann. Deshalb sollen im nächsten Jahr bei verschiedensten Geldgebern Fördermittel beantragt werden. Zudem ist jede Spende willkommen.

Jetzt im August ist die Kirche übrigens täglich von 9 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Ansonsten kann der romanische Feldsteinbau an den Wochenenden besichtigt werden.