Nedlitz l Am späten Freitagnachmittag haben erneut mehr als zehn Hektar lichterloh brennendes Getreide 115 Einsatzkräfte nahe Nedlitz stundenlang in Atem gehalten. Doch es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. „Das stand auf Messers Schneider“, schildern Einsatzleiter Denis Hofmann, Ortswehrleiter Deetz-Badewitz und Stadtwehrleiter Denis Barycza nach dem Einsatz – unabhängig voneinander.

Kurz nach 17 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und zu einem Feldbrand nach Nedlitz gerufen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stehen weite Teile des Getreidefeldes in Flammen. Die dichten Rauchwolken sind kilometerweit zu sehen. Was die Feuerwehren unbedingt verhindern wollen und müssen ist, dass die Flammen auf ein angrenzendes Waldstück übergreifen. Doch dies gestaltet sich schwierig. „Während des Einsatzes ist der Wind aufgefrischt. Die teilweise starken Böen haben dazu geführt, dass das Feuer förmlich gesprungen ist und ständig die Richtung gewechselt hat“, erläutert Denis Hofmann. Inzwischen sind mehr als 100 Einsatzkräfte in Nedlitz zusammengezogen.

„Wir haben die Ortswehren Deetz-Badewitz, Lindau, Garitz-Bornum, Meinsdorf, Grimme, Dobritz, Bärenthoren, Nedlitz, Reuden und die Wehren Loburg, Isterbies, Schweinitz, und Rosian aus dem Jerichower Land alarmiert. Außerdem ist die Wehr aus dem benachbarten brandenburgischen Reetz zu Hilfe gekommen“, sagt Denis Hofmann.

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Wind macht Kameraden zu Schaffen

Gemeinsam konzentrieren sich der Einsatzleiter und Stadtwehrleiter Denis Barycza, der ebenfalls einen Brandabschnitt geleitet hat, mit den 115 Kameraden darauf, die Flammen vom Wald fernzuhalten. Doch der Wind macht den Frauen und Männern zu schaffen. „Es hat einen Moment gegeben, da wurde es brenzlig und die Einsatzkräfte mussten sich für kurze Zeit zurückziehen“, schildert der Stadtwehrleiter.

Der Wind hat die Flammen direkt auf die Einsatzkräfte und den Waldrand zugetrieben. „Die Windböen haben das Feuer teilweise unkalkulierbar gemacht“, schildert Einsatzleiter Denis Hofmann die teils dramatische Lage an der Einsatzstelle. Teile des angrenzenden und trockenen Waldbodens haben bereits Feuer gefangen.

„Zum Glück haben wir so gut wie kaum Probleme mit der Löschwasserversorgung gehabt. Neben den Tanklöschfahrzeugen (TLF) hatte die Agrico Lindau einen 22 000 Liter Wasserträger bereitgestellt“, so der Einsatzleiter. Außerdem sei Wasser aus der Kiesgrube Deetz und dem Sägewerk Nedlitz zum Löschen eingesetzt worden. „Der 22 000 Liter Wasserträger hat enorm geholfen, so ist ein Pendelverkehr der Tanklöschfahrzeuge zum Auffüllen nicht nötig gewesen“, ergänzt Barycza.

Waldbrand verhindert

Während des Einsatzes wurden noch der Abrollbehälter Wasser aus Bitterfeld und Kräfte der Ortswehren Zerbst, Steutz und Güterglück nachalarmiert. „Diese Alarmierungen konnten wir allerdings noch vor Eintreffen der Kameraden abbrechen“, so Hofmann und Barycza.

Am Ende gelingt es mit vereinten Kräften, die Flammen am Waldrand zu stoppen. „Nur etwa 100 Quadratmeter Waldboden haben letztlich Feuer gefangen“, sagt der Einsatzleiter erleichtert. Das sei quasi in wirklich allerletzter Sekunde gewesen. „Nur dem besonnenen und beherzten Agieren der 115 Kameraden ist es zu verdanken, dass wir es nicht mit einer Katastrophe zu tun bekommen haben“, loben Einsatz- und Stadtwehrleiter das Zusammenspiel der mehr als zehn Feuerwehren.

Landwirt kann Flammen selbst löschen

„Ich will gar nicht darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn die Flammen den Wald vollends erfasst hätten“, sagt Denis Barycza. Das sieht auch Einsatzleiter Denis Hofmann so: „Da sind wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen!“

Auch bei Bias hat am Freitagnachmittag kurz nach 15 Uhr ein Getreide-Stoppelfeld gebrannt. Der Landwirt konnte die Flammen jedoch noch vor dem Eintreffen der Feuerwehren aus Zerbst, Steutz und Steckby mittels Scheibenegge selbst löschen.