Zerbst l Ob als Einblick in die Berufswelt, Chance auf eine Ausbildungsstelle oder die Möglichkeit, das Taschengeld-Konto aufzubessern – ein Ferienjob kann viele Vorteile haben. Trotz Corona-Krise und eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten gibt es für Schüler in Zerbst hier und dort die Möglichkeit, einen Ferienjob auszuüben. Beispielsweise können Schüler ab einem Mindestalter von 15 Jahren im Schraubenwerk Zerbst aushelfen. Die Schüler werden hauptsächlich in der Versandabteilung eingesetzt. Hier werden die verschiedensten Sorten an Schrauben für den Gleisbau oder Windkraftanlagen verpackt und versendet.

Wer schon 18 Jahre alt ist, kann auch an metallbearbeitenden Maschinen arbeiten. Für die Schüler sei es eine Möglichkeit, das Taschengeld aufzubessern, aber auch das Unternehmen kennenzulernen, sagt Mitarbeiterin Kristina Krause. „Eventuell kann daraus auch ein Ausbildungsverhältnis entstehen“, so Krause.

Maximal acht Stunden pro Tag

Wer in den Ferien jobben will, muss allerdings einiges beachten, informiert Marion Kopelke, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg. „Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren dürfen höchstens acht Stunden einer körperlich leichten Beschäftigung nachgehen“, erklärt Kopelke. Sind sie jünger als 15 Jahre, sei eine Beschäftigung grundsätzlich verboten.

Jedoch bestätigen Ausnahmen die Regel: Mit Einwilligung der Eltern dürfen Schüler ab 13 Jahren zwei Stunden am Tag unter altersgerechten Bedingungen arbeiten. Dazu zählen Jobs wie Zeitungen und Prospekte austragen, Kinderbetreuung, Gassi gehen mit Hunden, Gartenarbeit oder Nachhilfeunterricht. Dabei müssen aber auch stets die Corona-Richtlinien eingehalten werden. Darum können Nachhilfestunden zurzeit zum Beispiel auch online abgehalten werden.

Nicht länger als vier Wochen pro Jahr arbeite

Schulpflichtige Jugendliche ab 15 Jahren dürfen normalerweise nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben. „Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung die zeitlichen Begrenzungen aber deutlich erweitert. In diesem Jahr können Ferienarbeiter ihren Job zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober ausnahmsweise länger ausüben: für fünf Monate oder 115 Tage“, informiert Marion Kopelke über die Neuerung. Entscheidend sei, dass die Beschäftigung von vornherein vertraglich oder aufgrund ihrer Art befristet ist.

Wenige Ferienjobs durch Corona-Krise

Dennoch hat die Corona-Krise auch Auswirkung auf das Angebot an Ferienjobs. So verzeichnen einige technische Betriebe in Zerbst eine geringe Auftragslage, wodurch keine Arbeiten für Ferienjobbler anfallen. „Wir können in diesem Jahr aufgrund der geringen Auftragslage leider keine Ferienjobs anbieten“, sagt Klaus Partheil, Geschäftsführer der Partheil GmbH.

Wer sich dennoch für ein spezielles Unternehmen interessiert, kann nach einem Praktikumsplatz fragen. So biete zum Beispiel die Vrieswoud KG, ein Familienunternehmen im Bereich der Milch-und Pflanzenproduktion in Deetz, Praktika an, wie das Unternehmen informiert. Meist nehmen Schüler das Angebot wahr, die sich für eine Ausbildung als Land- oder Tierwirt interessieren.

Unternehmen bietet Jobs das ganze Jahr an

Kapazitäten für einen Ferienjob hat zurzeit auch noch die GOB Steuerberatungsgesellschaft in Zerbst. „Die Schüler können bei uns einen Einblick in den Beruf des Steuerberaters erlangen und herausfinden, ob der Beruf für sie in Frage kommt“, sagt Mitarbeiterin Jennifer Köhler. Momentan habe sich aber noch kein Jugendlicher bei ihnen gemeldet. Das Unternehmen biete das ganze Jahr über in den Ferien Jobs für Schüler an. „Ferienjobs sind eine gute Möglichkeit für die Jugendlichen, um in verschiedene Jobs reinzuschnuppern und das Passende für sie zu finden“, so Köhler.

Bevor ein Ferienjob angetreten werden kann, brauchen Schüler eine Steueridentifikationsnummer, informiert Marion Kopelke. Diese kann beim Finanzamt der Eltern beantragt werden. Außerdem sei es wichtig, dass es sich um das erste Arbeitsverhältnis handelt. Bei niedrigen Monatslöhnen komme es aber meist nicht zu einem Lohnsteuereinbehalt, so Kopelke. Ferienjobs sind außerdem sozialversicherungsfrei.

Online-Portal für Ferienjobs

Wer auf der Suche nach einem Ferienjob ist, wird häufig im Internet fündig. Für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld gibt es sogar ein Portal, bei dem viele Praktikumsplätze und Ferienjobs in der Region verzeichnet sind: Unter www.ferientage-in-unternehmen.de gibt es Informationen zur Berufsorientierung, zu freien Ausbildungsplätzen und Messeterminen. Schwarze Bretter in Schulen, Universitäten oder im Supermarkt sind aber auch gute Fundstellen.