Zerbst l Das Urteil im Fall Nuthaer Feuerteufel ist gesprochen. Ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann wurde schuldig gesprochen. Ein Urteil, das die Bevölkerung bewegt, die Menschen, die sich bei der Feuerwehr engagieren und die, die auf die Feuerwehren angewiesen sind. Wie wird das Urteil dort aufgefasst?

„Es ist ein Urteil gesprochen. Das ist auch von uns zu akzeptieren. Das Verfahren war eine schwierige Situation für die Feuerwehr, die auch sehr lange durch das Verfahren angehalten hat und nicht zuträglich war“, sagt Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld. Schlüsse zu ziehen, sei jetzt Sache der Ortswehr und der Stadt als Träger der Freiwilligen Feuerwehr. „Nichtsdestotrotz, wenn wir uns nach dem bisher gesprochenen Urteil richten, ist es nicht schön, wenn ein Kamerad der Feuerwehr gezündelt hat“, so der Kreisbrandmeister.

Stadtwehrleiter

Das es in allen Berufsgruppen schwarze Schafe gibt, weiß Stadtwehrleiter Denis Baryza. „Und es gibt auch leider Brandstifter unter Feuerwehrkameraden. „Aber wir wollen nicht vorverurteilen, bevor das Urteil rechtskräftig ist“, betont er. Denn noch könne Berufung eingelegt werden.

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„Trotzdem hat so eine Nachricht immer eine größere schockierende Wirkung in der Öffentlichkeit und erweckt erhöhtes mediales Interesse“, stellt er fest. Das sei verständlich, doch grade jetzt für die schwierige personelle Situation der Ortswehren überhaupt nicht förderlich. „Damit wird die ehrenamtliche Arbeit der anderen Kameraden diskreditiert, schnell werden Rückschlüsse auf andere Kameraden gezogen.“ Das alles mache es nicht einfacher, Menschen für dieses Ehrenamt zu gewinnen.

Außerdem würde mit so einer Verhandlung mit öffentlichem Interesse das Vorurteil bedient, dass der Feuerwehrmann der Brandstifter war. „Aber das ist einfach nicht der Fall. Beschäftigt man sich damit, ist die Zahl verschwindend gering, bei der der Feuerwehrmann der Brandstifter war“, weiß er. Trotzdem wolle man künftig Führungskräfte sensibilisieren und schulen, um Übermotiviertheit zu erkennen. „Bei der Feuerwehr brauchen wir keine Einzelhelden, sondern Teamarbeit. Die führt zum Erfolg“, betont er.

Bürgermeister

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) plädiert zunächst einmal für Abwarten. „Die erste Frage ist doch: Wie geht es weiter? Wird Berufung eingelegt oder wird das Urteil akzeptiert. Bei einer Berufung haben wir keine Rechtskraft“, sagt er.

Seit die Verdächtigung und damit auch die Anzeige gegen den Verdächtigen offiziell war, ruhte seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Feuerwehrmann. „Bleibt der Schuldspruch, es würde also keine Berufung eingelegt werden, wird sich ein Ausschluss aus der Feuerwehr anschließen müssen“, sagt Dittmann. Wie man aber hier vorgehe und sich positioniere, würde die Stadt zusammen mit der Ortswehr und der Stadtwehrleitung erarbeiten. „Aber egal was jetzt passiert und wie es ausgeht: Es ist ein gravierendes Ereignis gewesen.“