Zerbst l Der alte ist auch der neue Stadtwehrleiter. Denis Barycza bedankt sich nicht nur für das ihm entgegengebrachte Vertrauen, sondern auch für die rege Wahlbeteiligung von immerhin 75 Prozent. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Leitung die, denke ich, doch erfolgreiche Arbeit der letzten sechs Jahre fortsetzen zu können“, sagt Barycza auf Nachfrage.

Nicht alle gesetzten Ziele seien erreicht, wie beispielsweise die geplante Internetpräsenz der Stadtfeuerwehr. „Hier soll eine Plattform entstehen, wo unter anderem Info- und Schulungsmaterial abgerufen werden kann“, so Barycza. Im Übrigen freue er sich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Stadtwehrleitung und natürlich auch mit der Verwaltung.

Für den Stadtwehrleiter hatte Denis Barycza (Jütrichau) erneut seinen Hut in den Ring geworfen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Er übt das Amt bereits seit 2015 aus. Für die beiden Posten der Stellvertreter haben sich drei Kameraden beworben: Sven Klarenbach (Zernitz) und Holger Müller (Zerbst). Beide üben diese Funktion bereits aus. Dazu kam der Deetz-Badewitzer Ortswehrleiter Denis Hofmann, der sich zum zweiten Mal zur Wahl stellte.

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Fast Hundert Prozent Zustimmung

„Mit 364 von 369 abgegebenen Stimmen wurde Barycza erneut zum Stadtwehrleiter gewählt – fünf Stimmen waren ungültig, das sind immerhin 98,64 Prozent“, informiert Thomas Sanftenberg, Sachgebietsleiter Brandschutz im Zerbster Rathaus am Freitagnachmittag. Die beiden Stellvertreter heißen Sven Klarenbach (294 Stimmen) und Denis Hofmann (226 Stimmen).

Holger Müller wurde mit 179 Stimmen nicht wiedergewählt. „Walberechtigt waren insgesamt 494 aktive Mitglieder aller Ortsfeuerwehren. Von ihrem Wahl- beziehungsweise Vorschlagsrecht haben 369 für den Stadtwehrleiter und 370 bei den Stellvertretern Gebrauch gemacht. Davon war ein Stimmzettel ungültig und 39 Kameraden haben statt bei zwei zur Wahl stehenden Stellvertretern nur bei einem ihr Kreuzchen gemacht. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 75 Prozent“, fasst Sanftenberg die Zahlen zusammen.

Denis Hofmann freut sich über seine Wahl als Stellvertreter. „Ich würde mich gerne dafür einsetzen die Ausbildung mehr digital zu gestalten. Die Unterlagen könnten auf einer Plattform online gestellt werden, wo am Ende jeder zugreifen kann. „So kann auch mehr mit Videos und Animationen gearbeitet werden“, sagt Hofmann. Das mache die Ausbildung auch für junge Mitglieder attraktiver, die lieber mit Tablet oder Smartphone arbeiten als mit Zettel und Stift, und entlaste die Ausbilder. „Ein weiterer Punkt ist die Mitgliedergewinnung. Hier sollten wir gemeinsam Ideen entwickeln, uns austauschen und besser zusammenarbeiten“, betont der Ortswehrleiter.

Trio will verstärkt Mitglieder werben

Das sieht auch Sven Klarenbach so. „Die Mitgliedergewinnung ist eine unserer vordringlichsten Aufgabe – im gesamten Stadtgebiet“, so Klarenbach. Eine weitere Aufgabe sei, die teilweise veraltete Technik zu ersetzten. „Außerdem gibt es bereits angeschobene Projekte, die noch zum erfolgreichen Abschluss gebracht werden müssen. An Arbeit mangelt es also nicht“, sagt Klarenbach.

Holger Müller, der es nicht in die Stadtwehrleitung geschafft hat, nimmt es sportlich. „Das ist Demokratie. Ich wünsche den gewählten Mitgliedern viel Erfolg bei ihrer Arbeit. Langweilig wird mir aber dennoch nicht. Im Übrigen werde ich zukünftig meine Rolle in der Opposition zu 100 Prozent ausfüllen“, sagt Holger Müller schmunzelnd.

Mit Denis Barycza, Sven Klarenbach und Denis Hofmann steht aber erst die Hälfte der Stadtwehrleitung fest. Die andere Hälfte bilden der Stadtjugendwart, sein Stellvertreter und der Stadtkinderwart. „Das Wahl- beziehungsweise Vorschlagsverfahren für die Positionen steht noch aus. Beworben haben sich in Abstimmung und auf Vorschlag der Kinder- und Jugendfeuerwehren der Einheitsgemeinde: für den Stadtjugendwart Philipp Koch (Zerbst), für den Stellvertreter Tobias Erhardt (Garitz-Bornum) und für die Stadtkinderwartin Stephanie Weise (Jütrichau)“, erklärt Sanftenberg.

Wann die Wahl stattfindet stehe allerdings noch nicht fest. Auch ob in Wahllokalen oder wieder per Briefwahl abgestimmt wird, sei noch nicht sicher. „Was aber sicher ist, bis Anfang März müssen auch diese drei Positionen feststehen, da endet nämlich die sechsjährige Arbeitsperiode der alten Stadtwehrleitung“, so der Sachgebietsleiter.

Das letzte Wort hat dann der Bürgermeister, der die Mitglieder der Stadtwehrleitung schlussendlich berufen wird. „Theoretisch hat er das Recht und die Möglichkeit, vorgeschlagene Kameraden abzulehnen, was aber relativ unwahrscheinlich ist“, erklärt Sanftenberg. Tut er auch nicht, wie Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) am Sonntag am Rande der Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf Nachfrage versichert hat.

„Das Wahlergebnis zur neuen Stadtwehrleitung ist für mich natürlich bindend. Die Wehrleitung ist ein unverzichtbares Bindeglied zwischen der Stadtverwaltung und mir sowie den Kameradinnen und Kameraden in den Ortswehren. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Wehrleitung und nutze gern die Gelegenheit, mich bei der bisherigen Stadtwehrleitung für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu bedanken“, betonte Dittmann.