Zerbst l „Allgemeine Hilfe, Zerbst, Alter Teich“ steht auf dem Alarmruf der Kameraden der Zerbster Feuerwehr.

Glatt wie Schmierseife

Als die Feuerwehrleute nur wenige Minuten später am Einsatzort eintreffen, finden sie eine Spur auf dem Asphalt vor, glatt wie Schmierseife. Bei Fahrzeugen, die an der Kreuzung Alter Teich/B 184 aus Richtung Heidetor kommend anfahren wollen, drehen die Räder durch. Wenig später trifft auch die Polizei ein.

Die Rutschbahn beginnt etwa in Höhe des Francisceums beziehungsweise des ehemaligen Volksparks. Doch schnell ist klar, das Ausmaß der Fahrbahnverschmutzung ist weit umfangreicher. „Die glitschige Spur zieht sich über knapp drei Kilometer vom Alten Teich über die B 184 Roßlauer Straße bis zur Einmündung zur Kirschallee“, sagt Steffen Schneider, Ortswehrleiter und Sprecher der Zerbster Stadtwehr.

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Hilfe aus Dessau und Leipzig

Aus Dessau wird die Ölwehr zu Hilfe gerufen, deren Aufgabengebiet die Bewältigung von Einsätzen mit gefährlichen Stoffen, insbesondere Mineralölprodukten ist.

Die lässt jedoch auf sich warten. „Da Unternehmen mit entsprechenden Maschinen aus Dessau oder Wittenberg nicht verfügbar sind, soll eine Ölwehr aus Leipzig anrücken, was zu einer erheblichen Zeitverzögerung führt“, erklärt Schneider.

So rücken die Zerbster Kameraden dem ausgelaufenen Hydrauliköl manuell zu Leibe.

Herausforderung für Autofahrer

Am Francisceum beginnt ein Trupp der Kameraden mit dem Abstumpfen der Spur, ein zweiter übernimmt den Kreuzungsbereich Alter Teich/B 184. Die Kreuzung muss dafür zeitweise gesperrt werden. Fahrzeuge aus Richtung Magdeburg kommend werden über den Frauentorplatz und die Friedrich-Naumann-Straße geleitet.

Auch der Alte Teich wird zwischen Heidetor und der Kreuzung gesperrt. Hier wird der Verkehr über die Heide umgeleitet. Die Bundesstraße wird zwischen Kreuzung Alter Teich und der Kirschallee in Richtung Dessau ebenfalls gesperrt.

Eine Zufahrt auf die Bundesstraße ist somit nur noch über die Straße Zur Jannowitzbrücke, Kirschallee, über die Bahnhofstraße, Karl-Marx-Straße, Kirschalle oder über die Bahnhofstraße, Karl-Marx-Straße, Biaser Straße und dem Ahornweg möglich.

Für Ortsunkundige sind die genannten Möglichkeiten eine echte Herausforderung. In ihrer Not umfahren viele Autofahrer, wie beispielsweise in der Dessauer Straße am Tivoli, die Absperrungen, fahren über Bordsteinkanten, Rad- und Fußwege zurück auf die gesperrte Bundesstraße.

Sperrung sind nötig

„Die Sperrungen sind nötig, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und der Einsatzkräfte zu gewährleisten“, betont der Ortswehrleiter. Die Spur sei so glatt, das Unfälle infolge des ausgelaufenen Hydrauliköls nicht ausgeschlossen werden können. „Hier geht Sicherheit immer vor“, erklärt Steffen Schneider.

Der Verursacher der Ölspur ist bekannt, dies bestätigt die Polizei am Sonntag auf Volksstimme-Nachfrage. Laut Feuerwehr verlässt der Fahrer die Bundesstraße als er das Unheil bemerkt und ruft die Polizei.

Gegen 20 Uhr ist die Ölspur abgestumpft. „Die Bundesstraße wurde dann wieder freigegeben und unser Einsatz ist somit beendet gewesen“, so Schneider. Die Ölwehr, die gegen 21 Uhr in Zerbst eingetroffen ist, habe dann die Restarbeiten erledigt.

„Wir waren mit insgesamt 16 Kameraden und sechs Fahrzeugen in diesem gut drei Stunden dauernden Einsatz“, zieht Ortswehrleiter Steffen Schneider Bilanz.