Zerbst l Unzählige Autokennzeichen aus ganz Sachsen-Anhalt und weit darüber hinaus waren am ehemaligen Zerbster Militärflugplatz zu sehen. Das 20. „European AN-2 Meeting“ lockte Hunderte Doppeldecker-Fans und Neugierige in die Nuthestadt.

Mindestens 20 Antonow AN-2 mit dem NATO-Codenamen „Colt“, ein STOL-Mehrzweckflugzeug und mit einer Spannweite von 18,175 Metern der größte im Einsatz befindliche einmotorige Doppeldecker der Welt, hatten ihr Kommen angekündigt.

Gewitterfront zwingt Teilnehmer zur Absage

„Wie ich es im Vorfeld befürchtet hatte, machte uns die Wettersituation am Donnerstag – dem Anreisetag – einen dicken Strich durch die Rechnung“, sagt Gastgeber und Organisator des Treffens, Hans-Günter Seidler.

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Die Gewitterfront mit Stark-regen, Sturmböen und Hagel, die über Deutschland und Teile Europas zog, habe dazu geführt, dass viele Piloten ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt haben. „Sturm und insbesondere Hagel sind für die Maschinen eine echte Gefahr“, weiß Seidler, der selbst unzählige Flugstunden auf der AN-2 absolviert hat.

Aber auch den Fallschirmspringern ging es nicht besser. Bei ihnen verhinderte der böige Wind einen Großteil der geplanten Sprünge. „Viele Interessenten hatten sich für einen Tandemsprung angemeldet“, erklärt Gerald Bürgel, Vorsitzender des Zerbster Fallschirmsportvereins. Doch ab einer gewissen Windstärke seien keine Sprünge mehr möglich.

„Natürlich sind wir enttäuscht“, sagt Bürgel. Schließlich steckten viele Wochen Organisation in dieser Veranstaltung. „Aber es ist eben wie es ist. Sicherheit geht vor“, betont der Vereinsvorsitzende. Immerhin konnten dann doch noch rund 100 Sprünge, sowohl mit dem Rundkappen- als auch mit dem Flächenfallschirm gezeigt werden.

Nichtdestotrotz zeigten sich Flugzeugenthusiasten und Interessierte begeistert von den alten „Ladys“. Ununterbrochen starteten und landeten die Doppeldecker mit ihren Passagieren zu Rundflügen über Zerbst und seine Umgebung.

Gastgeber insgesamt zufrieden mit Treffen

„Wir sind zum ersten Mal mit solch einem Oldtimer geflogen“, sagt Ralf Kleinodt, der mit seiner Familie zu einem Rundflug abgehoben war. Bis nach Dessau sei der Pilot mit ihnen geflogen. „Es war schon etwas holprig, aber dennoch äußerst spannend und ein Erlebnis allemal“, fasst Ralf Kleinodt den Flug zusammen.

Auch Clemens Bauer, der mit seinem Vater aus Dessau gekommen war, fand das Besichtigen des Cockpits nicht minder spannend. „Es ist echt cool, dass man sich das von Nahem ansehen kann“, sagt der Siebenjährige begeistert. Beruflich sieht sich Clemens allerdings mehr im Motorsport.

Besonderen Mut bewies Edgar Hummel aus Köthen. Ein Rundflug reichte dem 77-jährigen nicht. Er ging mit Pilot Ralf Buresch in die Lüfte. Zu Bureschs Flugkünsten gehören Sturzflug, das Fliegen über Kopf oder auch ein Looping.

Insgesamt zeigte sich Hans-Günter Seidler aber zufrieden mit dem Treffen in Zerbst. „Wir konnten unzählige Besucher anlocken und mit unseren Maschinen begeistern“, zieht er ein abschließendes Fazit.