Zerbst l Bennet Rietdorf hat viele Talente. Eines davon ist ohne Zweifel die Fotografie. Wenn man seine Bilder anschaut, kommt der Betrachter direkt ins Schwärmen. Egal ob Landschaft, Architektur oder Räume – Bennet hat wohl die Gabe, instinktiv zu spüren, wann der passende Moment ist, um auf den Auslöser zu drücken. Und immer wieder sind es Menschen, die ihn inspirieren, zur Kamera zu greifen. Bennet bevorzugt dabei das wahre, reale und ungeschminkte Leben, Momentaufnahmen, Menschen auf Straßen, Plätzen, in Bahnen.

Jetzt sind einige seiner Kunstwerke in einer kleinen Ausstellung zu sehen. Mit einer Vernissage hat der 18-Jährige die Schau vor wenigen Tagen im Zerbster Kunstfenster auf der Breite eröffnet. „Facetten Europas“ hat Bennet seine Bilderreihe genannt. „Ich habe mit diesen Momentaufnahmen meine ganz eigene Interpretation der Wirklichkeit geschaffen“, sagt Bennet.

Straßenfotografie zeigt echtes Leben

„Die Straßenfotografie zeigt Momentaufnahmen aus dem Alltag, dem Leben, die einmalig sind – eben anders als bei gestellten Szenen“, beschreibt Bennet. Die Bearbeitung der Fotos nehme schon etwas Zeit in Anspruch. Zeit und Mühe haben sich offensichtlich gelohnt. Immerhin belegte der leidenschaftliche Hobbyfotograf 2018 den zweiten Platz und in diesem Jahr sogar den ersten Platz im Wettbewerb „Junge Kunst in Anhalt“ in der Kategorie Grafik und Fotografie.

Bilder

„Fotografie ist ein Teil von mir und gehört zu den Dingen, die mich tagtäglich motivieren kreativ, erfinderisch und ehrgeizig zu sein“, sagt der angehende Student. Das Reisen und Entdecken neuer Orte gehöre zu seinen Passionen und im Gepäck ist immer die Kamera. „Mir ist es wichtig, dass die Bilder verschiedene Emotionen ausstrahlen“, erklärt Bennet.

Vier Wochen von Österreich bis Serbien

Die Ausstellung im Kunstfenster zeigt einige seiner besten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die der 18-Jährige in verschiedenen Ländern Europas eingefangen hat. Nur wenige Tage vor der Ausstellungseröffnung ist der überzeugte Europäer von einer weiteren Reise zurückgekehrt. Vier Wochen lang reiste er mit dem Interrail-Ticket per Zug unter anderem durch Österreich, Italien, Serbien, Ungarn und die Slowakei.

„Es ist schon faszinierend, wie viele verschiedene Eindrücke man in so kurzer Zeit sammelt. Man legt täglich Hunderte Kilometer zurück, lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, hört lustige, spannende und auch traurige Geschichten und lernt begreifen, was Menschen heute ausmacht“, zeigt sich Bennet tief beeindruckt von seiner Europa-Tour. Und im Gepäck war natürlich auch die Kamera.

Andere Sicht der Dinge

„Der Betrachter meiner Bilder soll einerseits in meine Sicht der Dinge eintauchen können und sich andererseits aber auch frei fühlen, die Momentaufnahmen auf seine ganz eigene Weise nachzuempfinden und zu interpretieren“, wünscht sich Bennet.

Sein Aufenthalt in der Heimatstadt Zerbst ist nicht von langer Dauer. Schon in wenigen Tagen greift er wieder zum Koffer und zur Kamera. Dieses Mal führt in seine Reise nach Rußland. Dort wird er für drei Monate an einem Freiwilligenprogramm teilnehmen. Im Anschluss will Bennet internationale Beziehungen studieren.

Ausstellung bis 7. November im Kunstfenster

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. November im Kunstfenster auf der Breite zu sehen. Mehr Fotos gibt es unter www.bennetrietdorf.myportfolio.com oder bei Instagram unter @xbhainx.