Zerbst l „Am Eingang zum Gelände des Francisceums wird der Besucher vom Namensgeber der Einrichtung begrüßt: Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt- Dessau. Er war es, der 1798 die Ruine des alten Hauptgebäudes des Klosters sanieren ließ und die Gründung eines humanistischen Gymnasiums veranlasste, welches schließlich 1803 eröffnet wurde. 1836 erhielt die Schule dann zu Ehren ihres Gründungsinitiators den Namen ‚Francisceum‘.“

Das sind die ersten Sätze eines neuen Buches, das dieser Tage erscheinen wird. Es ist ein Bildband mit künstlerischen Fotos und kurzen erklärenden Texten, die von der Historie bis in die Gegenwart reichen. Gestaltet haben dieses Buch die beiden Francisceer Bennet Rietdorf und Nils Benkwitz.

Aktiv bei außerschulischen Projekten

Benkwitz hat vor zwei Jahren sein Abitur am Francisceum gemacht und studiert auf Lehramt. Rietdorf hat das Abi gerade erst hinter sich und möchte internationale Beziehungen oder internationales Management studieren. Beide engagierten sich während ihrer Zeit am Francisceum auch bei zahlreichen außerschulischen Projekten.

Bilder

Die beiden Gymnasiasten sind stolz Francisceer zu sein. Und da sind sie bei Weitem nicht die einzigen. Die allermeisten Schüler sind stolz in diesen alt-ehrwürdigen Mauern lernen und ihr Abitur machen zu dürfen – stolz Francisceer zu sein. Ein Großteil von ihnen bleibt dem Francisceum auf ewig verbunden und schaut immer mal wieder vorbei.

Eine besondere Schule

Das Gymnasium Francisceum ist eine unter verschiedenen Namen seit dem 16. Jahrhundert in Zerbst/Anhalt betriebene höhere Lehranstalt. Von 1582 bis 1798 war es ein Gymnasium Illustre, die Anhaltische Landesuniversität mit Lateinschule. Die 1526 gegründete Schule wurde nach dem Schutzheiligen des sie beherbergenden Klosters, dem Heiligen Johannes dem Täufer, bis 1803 Johannisschule genannt. Sie gilt als die älteste weiterführende Schule Sachsen-Anhalts.

„Mir ist vor einiger Zeit ein Buch aus 2006 in die Hände gefallen, das von einer Arbeitsgemeinschaft gestaltet wurde“, sagt Bennet. Beim Durchblättern sei ihm aufgefallen, dass es keine Erklärungen zu den Fotos gibt und das die Auswahl der Bilder nicht optimal gewählt ist. „So kam mir die Idee, selbst ein ähnliches Buch zu gestalten“, schaut Bennet zurück.

Fotografie als Leidenschaft

Bennet Rietdorf ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf und hat beim Wettbewerb „Junge Kunst in Anhalt“ mehrfach Preise eingeheimst. Bereits 2018 war erfolgreich, in diesem Jahr hat er dort nun den ersten Preis in der Kategorie Grafik und Fotografie erhalten. „Fotografie ist ein Teil von mir und gehört zu den Dingen, die mich tagtäglich motivieren kreativ, erfinderisch und ehrgeizig zu sein“, sagt Bennet.

Ein Mitstreiter für das Buchprojekt ist schnell gefunden. Er unterbreitet seinem Freund Nils seine Projekt-Idee. „Ich fand die Idee Klasse und hatte große Lust mit Bennet dieses Buch-Projekt anzugehen“, erzählt Nils Benkwitz. So überlegten die beiden mittlerweile ehemaligen Francisceer, wie sie ihr Projekt am besten umsetzen können und wurden sich schnell einig.

Mit Idee überzeugen

Doch auch Schulleiterin Veronika Schimmel musste von der Buch-Idee noch überzeugt werden. „Als wir ihr von unserer Idee ein neuen Bildbandes erzählten und erläuterten, wie wir sie umsetzen wollen, sagte sie nur ‚macht mal, dann sehen wir weiter‘. Also fingen wir einfach an zu arbeiten“, erinnert sich Nils. Das war im Sommer vergangenen Jahres. Nun ist das Buch fertig und die ersten 200 Exemplare werden dieser Tage an das Francisceum ausgeliefert.

Lächelnd halten Bennet und Nils eines der ersten Probedrucke in den Händen. „Das macht uns schon stolz“, sind sich die Nils und Bennet einig. So ein Buch sei ja schließlich etwas für die Ewigkeit.

Schwierige Auswahl der Bilder

„Die größte Herausforderung war die Auswahl der Bilder“, blickt Bennet lachend zurück. Nicht das es nicht genug gegeben hätte, „im Gegenteil, die schönsten und passendsten Fotos auszusuchen war nicht so ganz einfach“, können sich die beiden jungen Männer noch gut erinnern.

Einige Male hätten sie mit Schulleiterin Veronika Schimmel zusammen gesessen und geschaut, sortiert, ausgewählt und am Ende wieder alles umgeschmissen. „Jeder hatte so seine Lieblingsbilder, die er oder sie unbedingt in dem Buch sehen wollte. Das machte es nicht gerade leichter“, blickt Bennet schmunzelnd zurück.

26 Ansichten der Schule

Am Ende habe man sich natürlich einigen können. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das sahen auch die Lehrkräfte des Gymnasiums so. Auch sie zeigten nach dem bildlichen Rundgang durch das Francisceum begeistert von dem Bildband. Denn von der Aula bis zur Bibliothek zeigt das Buch auf 26 Seiten wunderschöne Ecken, Kanten, Räume und Außenansichten der historischen Schule. Die erläuternden Texte dazu habe Nils und Bennet gemeinsam formuliert.

Herausgeber und Finanzier des Buches ist die Francisceum-Stiftung, die den Bildband auch vertreiben wird. Außerdem soll das neue Buch auch als Geschenk der Schule an Ehrengäste oder zu besonderen Anlässen dienen.