Zerbst l Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sind in diesem Sommer keine Seltenheit gewesen. Im Gegenteil. Die Hitzewelle riss nicht ab. Erleichterung versprach der Sprung ins kühle Nass. So gehörte das Zerbster Erlebnisbad für viele zum beliebten Anlaufpunkt während der tropischen Tage.

40.000 Badegäste

„Wir hatten doppelt so viele Besucher wie durchschnittlich“, erklärt Jürgen Konratt. Fast 40.000 Badegäste wurden gezählt, berichtet der Geschäftsführer der Stadtwerke. Das kommunale Unternehmen betreibt für die Stadt das Freibad, für das 2018 ein Rekordjahr war.

Das schlägt sich ebenfalls in der wirtschaftlichen Bilanz nieder. Von Einnahmen von knapp über 90.000 Euro spricht Jürgen Konratt.

Der besucherreichste Tag war der 31. Juli, als sich 1602 Kinder und Erwachsene im Erlebnisbad tummelten. „Das ist aber nicht so außergewöhnlich“, meint der Stadtwerke-Chef. Solche Spitzen gebe es immer wieder.

Unterstützung durch die DLRG

Dennoch ist dieser Sommer ein besonderer gewesen. Jürgen Konratt spricht von einer „anspruchsvollen Saison“ für das Bäderpersonal. Immer zu Zweit müssen die Schwimmmeister die Becken, Rutschen und Sprungtürme im Auge behalten. Das zu gewährleisten war urlaubs- und krankheitsbedingt eine Herausforderung, zumal sich eine Schwimmmeisterin zeitweise noch in Elternzeit befand.

Doppelschichten gehörten für die Schwimmmeister dazu, für deren Einsatz sich Konratt genauso bedankt wie für die Unterstützung durch die Ortsgruppe Zerbst-Roßlau der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Mit ihren Rettungsschwimmern verstärkten sie das Freibadteam bei Bedarf und halfen mit, die Sicherheit zu gewährleisten.

Zu einem Ernstfall kam es in dieser Saison. „Es ist ein Leben gerettet worden“, formuliert es Jürgen Konratt. Eine Person musste aus dem Becken rausgeholt und reanimiert werden, hat den Unfall allerdings unbeschadet überstanden, sagt der Stadtwerke-Chef.

„Viele haben das Wetter unterschätzt und sind ungekühlt ins Wasser gesprungen“, sagt Jürgen Konratt. Bei solch enormer Hitze wie in diesem Sommer müsse der Kreislauf jedoch erst runtergefahren werden, erläutert er.

Keine Probleme gab es mit der Technik. Dafür „mussten wir zum Ende der Saison wieder mit Einbrüchen leben“, ärgert sich der Stadtwerke-Geschäftsführer. Das Schloss zur Pumpenanlage sei aufgebrochen und ein transportabler Kompressor gestohlen worden, schildert er.

Neue Steuertechnik fürs Schwimmbad

Inzwischen ist das Erlebnisbad geschlossen und der Betrieb in der Zerbster Volksschwimmhalle „vernünftig gestartet“, konstatiert Konratt. Die Freiluftsaison war genutzt worden, um die Steuertechnik im Schwimmbad für Luft und Wasser zu erneuern. Rund 50.000 Euro investierten die Stadtwerke in die komplette Überholung.

„Auch ein paar Energiesparmaßnahmen haben wir durchgeführt“, informiert Jürgen Konratt. Unter anderem wurde ein Drittel der Beleuchtung ausgetauscht. „In einem Jahr wissen wir dann vielleicht, wie sich die Investition ausgewirkt hat“, erklärt er nicht zuletzt mit Blick auf die sanierte Fassade einschließlich der riesigen Fensterfront.