Deetz l Jedes Jahr ein neues Gesicht, manchmal auch zwei. Der Europa-Jugendbauernhof Deetz gehört zu den Einsatzstellen für junge Leute, die in Sachsen-Anhalt ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FöJ) absolvieren wollen. Seit Mitte Oktober ist Jessica Rehnicke in Deetz.

Der jungen Frau gefällt die Arbeit. „Besonders die Nähe zu den Tieren“, sagt sie, „ich wollte schon immer was mit Tieren machen.“ Die Empfehlung, ein FöJ zu machen, erhielt sie vom Arbeitsamt.

Neuorientierung

„Eine neue Ausbildung war nicht so schnell zu finden“, erzählte Jessica Rehnicke. Ohne Abschluss hat die 20-Jährige schon eine schulische Ausbildung zur PTA (Pharmazeutisch Technische Assistentin) einschließlich halbjährigem Apothekenpraktikum durchlaufen.

Zum neuen Ausbildungsjahr hofft sie nun, dass eine ihrer Bewerbungen Erfolg hat. Bis dahin machen eine Überbrückung der Zeit und Neuorientierung Sinn. Nach FöJ-Stellen hat Jessica Rehnicke, die vor vier Jahren mit ihren Eltern von Roßlau nach Jütrichau gezogen ist, im Internet gesucht. Es sollte etwas in der Nähe sein, das Zerbster Tierheim etwa oder eben der Jugendbauernhof in Deetz.

Arbeit in der Natur

Nach dem Vorstellungsgespräch mit Objektleiter Ulrich Weimeister war die Sache geritzt. Eine kleine Wohnung konnte die junge Frau für die Zeit bis zum Ende des Einsatzjahres, das in der Regel im August endet, mieten.

Ihre Arbeit gefällt ihr „sehr gut“, ist Jessica zufrieden. Die ist ganz vielfältig auf dem Jugendbauernhof. Die Tiere müssen gefüttert, die Ställe und Gehege ausgemistet werden. Den Hof fegen, im Haus für Ordnung sorgen oder auch mal in der Küche aushelfen, stehen ebenfalls auf dem Programm. Alles was anfällt eben bis hin zur Unterstützung bei der Betreuung der Kinder, die auf den Jugendbauernhof kommen.

Vor allem Hofhund Yellow hat es der FöJlerin angetan. „Mit dem kann man so schön knuddeln“, findet sie. Selber habe sie auch immer einen Hund gehabt, seit sie ein kleines Kind war. Dann sind da noch die Pferde, die Jessica mag. Da ist sie auch nicht ganz unbedarft. Sechs Jahre sei sie im Reitverein in Neeken gewesen, erzählte sie. Ein eigenes Pferd zu haben, wäre ein Traum. Beruflich könnte sich die Jütrichauerin nun vorstellen, in Richtung Tierpfleger zu gehen.

Einwöchige Seminare

Eine 40 Stunden-Woche haben die FöJler normalerweise zu absolvieren. Aber auch an Wochenenden muss Jessica alle drei Wochen arbeiten, denn die Tiere wollen versorgt werden. Doch das stört sie als Single nicht weiter. Hat sie frei, verbringt sie die Wochenenden zu Hause bei den Eltern.

In Deetz fühlt sie sich wohl. Es sei ein sehr schönes Arbeiten und die Kollegen sind alle nett. „Ich verstehe mich mit ihnen, ich mag sie sehr gerne“, sagt sie. Demnächst steht wieder ein einwöchiges Seminar an, wo die FöJler zusammen kommen. Da geht es in den Harz. Darauf freut sich Jessica schon, denn der Plan sieht den Besuch eines Luchsgeheges vor. Die 20-Jährige kann anderen jungen Menschen das FöJ als Station auf dem Weg ins Berufsleben nur empfehlen.