Energieversorgung

Gasstadtwerke Zerbst investieren in die Modernisierung der Erdgasversorgung

Gleich an zwei Stellen in Zerbst findet derzeit eine Sanierung von Erdgasleitungen statt. Sowohl in der Klappgasse als auch in der Münzgasse werden unter Vollsperrung der Straßenzüge die alten Rohre durch neue ersetzt.

Von Daniela Apel
In der Klappgasse wird eine neue Gasleitung verlegt. Hier waren Matthias Liefold (l.) und Sebastian Hillebrand von der Firma Spie aus Gommern gerade mit dem Verschweißen der Leitung beschäftigt.
In der Klappgasse wird eine neue Gasleitung verlegt. Hier waren Matthias Liefold (l.) und Sebastian Hillebrand von der Firma Spie aus Gommern gerade mit dem Verschweißen der Leitung beschäftigt. Foto: D. Apel

Zerbst - Noch voraussichtlich bis Ende August ist die Zerbster Klappgasse für den Verkehr voll gesperrt. Grund für die Einschränkung sind Tiefbauarbeiten. Im Gehwegbereich findet dort seit Monatsbeginn die Erneuerung der Erdgastrasse statt. Auf einer Länge von rund 320 Metern weicht die alte Stahlleitung, die noch aus den frühen 1960-er Jahren stammt. Neu verlegt wird stattdessen eine moderne PE-Leitung, die genau wie die Vorgängerin in Niederdruck betrieben wird.

Mehrere zwölf Meter lange orangerote Rohre mit einem Durchmesser von 225 Millimeter ziehen die Mitarbeiter der Firma Spie Versorgungstechnik aus Gommern dazu in den von der Zerbster Firma Zetieba zuvor ausgehobenen 1,20 Meter tiefen Graben. Anschließend verschweißen sie die Leitung. Das geschieht im so genannten Heizelementstumpfverfahren, wie Sebastian Hädrich erläutert. Er ist Obermonteur bei der Gasstadtwerke Zerbst GmbH (GSZ), die als Auftraggeber agiert.

Querung der Bundesstraße stellt Herausforderung dar

Rund 90.000 Euro investiert das Unternehmen in den Abschnitt zwischen Breite Straße und Neue Brücke. „Es ist ein weiterer Beitrag von uns, die Erdgasversorgung in Zerbst zukunftsfähig, störungsfrei und vor allem sicher zu machen“, sagt GSZ-Geschäftsführer Jürgen Konratt. Im Juni wurde mit der Sanierungsmaßnahme begonnen, in deren Zuge ebenfalls die Bundesstraße 184 gequert werden muss. „Das ist immer eine besondere Herausforderung. Aber wir sind gut vorbereitet“, bemerkt Konratt. Eine weitere Besonderheit sei die archäologische Begleitung der Baustelle.

Speziell ist derweil das bereits erwähnte Schweißverfahren, bei dem keinerlei Funken sprühen. Hier kommt zunächst ein Hobel zum Einsatz, mit dem die Rohrenden entgratet werden, damit sie Stoß auf Stoß zusammenpassen, wie Matthias Liefold erläutert. Danach wird eine teflonbeschichtete, auf 230 Grad erwärmte Heizplatte eingesetzt. Diese erhitzt die Rohrenden, die anschließend mit Druck zusammengeführt werden, wobei das Material verschmilzt, so der Mitarbeiter der Gommeraner Firma.

Aktuell läuft in der Zerbster Münzgasse eine weitere Maßnahme der Gasstadtwerke zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Zwischen Heide und Lange Straße wird ebenfalls unter Vollsperrung die vorhandene Stahlleitung gegen eine PE-Leitung ausgetauscht. Das geschieht hier auf einer Länge von 72 Metern. Die geplanten Kosten bewegen sich da bei 18.000 Euro.

Vielfältige Investitionen in Kernstadt und Ortschaften

Den Tiefbau übernimmt auch in dem Fall die Zetieba, wohingegen sich die Mitarbeiter des Zerbster Meisterbereiches der Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) um die Verlegung und den Anschluss der neuen Rohrleitung kümmern. Die EMS übernimmt für die Gasstadtwerke, die kein eigenes Personal beschäftigen, die technische und kaufmännische Betriebsführung.

Übrigens investiert die GSZ nicht nur in die Sanierung und den Ausbau des Erdgasnetzes in der Kernstadt Zerbst. In den zurückliegenden Jahren wurden insgesamt zehn Ortschaften um Umland neu an das Erdgasnetz angebunden. Aktuell werden die Erschließungsarbeiten in Luso vorbereitet, wie Jürgen Konratt erzählt.