Walternienburg l Aufatmen, die Archäologen sind durch. Drei Wochen waren sie auf dem Gelände an der Kreuzung Hauptstraße/Güterglücker Straße, da wo die drei Glocken an den früheren Kirchenstandort in Walternienburg erinnern, in Gange. Während der Grabungen wurden einige Grundmauern der alten Kirche freigelegt. Alte Grablegungen kamen ebenfalls zum Vorschein, die allerdings nicht angefasst wurden. Knochenfunde wurden gemacht, nichts Spektakuläres.

Verzögerung durch Kosten

Die Kosten für die ärchaologischen Untersuchungen verzögerten das gesamte Projekt, das seit 2014 in Planung ist, um einiges. Zu hoch war die Kostenbeteiligung für den Bauherrn angesetzt. Schließlich konnte eine Obergrenze festgelegt werden. „Kurz vor Weihnachten konnten wir aufatmen“, so Pfarrerin Benita Arnold. Die Stimmung im Ort sei schon ziemlich schlecht gewesen, weiß sie. Nun kann man wieder optimistisch sein – die Arbeiten zum Bau des neuen Gemeindezentrums sind in Gange. Am Dienstagabend erläuterte Architektin Sina Stiebler von den „denk`mal Architekten Magdeburg“ das Vorhaben noch einmal der Kirchengemeinde.

Vor Ort hat der Walter- nienburger Baubetrieb André Weferling die Gründungsarbeiten begonnen. Begleitend waren die Männer schon bei den archäologischen Arbeiten aktiv. Sogar mit Grabungshelfern konnte André Weferling aushelfen, damit es voran geht. Inzwischen ist an den zehn Einzelfundamenten schon zu erkennen, wie die Arche einmal aussehen soll.

Ein gestrandetes Schiff

Arche deshalb, weil das entstehende Gebäude die Form eines gestrandeten Schiffes annehmen soll. Der Bug erstreckt sich mit der Spitze in Richtung Elbe. Das Multifunktionsgebäude von rund 130 Quadratmetern Fläche wird einen großen Raum bekommen, wo auf der einen Seite am Ort der Stille Gottesdienste gehalten werden können, an der anderen Seite Tischgruppen zum Verweilen einladen werden können. Eine Bibliothek soll auch den Besuchern zugänglich sein. Hier kommen die literarischen Schätze der Kirchengemeinde unter. Eine kleine Küche und Toiletten werden untergebracht, alles barrierefrei und behindertengerecht.

Die Arche, an der Stelle, wo einst die Dorfkirche stand, soll also nicht nur von der Kirchengemeinde und den Walternienburgern genutzt werden, sondern auch von Ausflüglern, Radfahrern und anderen Interessenten. „Im Eingangsbereich werden die wertvollen Epitaphien einen Platz finden“, beschreibt die Pfarrerin, wie es künftig einmal aussehen wird.

Auf rund 560.000 Euro belaufen sich die Kosten für das gesamte Projekt. Rele- und Leader-Mittel fließen in das Bauvorhaben. In den kirchlichen Geldern ist auch ein Teil Spenden der Kirchengemeinde enthalten.

Lage ist günstig

Die alten freigelegten Kirchenmauern können nun für die neue Gründung mit verwendet werden. „Sie sind tragfähig und bleiben, die Lage ist günstig“, erklärte die Projektbetreuerin des Architekturbüros, Lisa Frell. Die Bodenplatte für das Gebäude wird auf einer Frostschürze verlaufen.

Der Baubetrieb André Weferling hat nur erst den Auftrag für die Gründungsarbeiten und die Außenanlagen übernommen. „Der Rohbau ist gerade erst ausgeschrieben“, so Lisa Frell. Der soll dann Ende Juli stehen. Dann folgt der Innenausbau.

Da die Arche kein traditionelles Dach bekommt, wird es kein Richtfest geben, vielleicht aber ein Rohbaufest. Als Ziel ist die Fertigstellung des neuen Gemeindezentrums im Oktober gesetzt.

Glocken werden zurückgebaut

Was die Glocken betrifft, werden diese aus dem jetzigen Stuhl zurück gebaut. Zwei der drei alten Walternienburger Kirchglocken sind allerdings so verschlissen, dass sie nicht mehr verwendbar sind. Eine neue Torglockenanlage mit zwei Plätzen wird entstehen. Da findet dann zunächst nur die noch übrige Bronzeglocke ihren Platz.