Zerbst l Reisende und Pendler müssen sich Mitte Dezember erneut auf längere Fahrzeiten durch Schienenersatzverkehr (SEV) einrichten. Vom 14. Dezember 23.55 Uhr bis 17. Dezember 4.10 Uhr wird die Bahnstrecke Magdeburg-Dessau zwischen Biederitz und Rodleben erneut voll gesperrt.

Am 15. Dezember können noch Züge zwischen Magdeburg und Gommern fahren – es wird nur SEV zwischen Gommern und Dessau eingerichtet. Am 16. Dezember ist auf der gesamten Strecke Magdeburg-Dessau SEV erforderlich. Wegen der längeren Fahrtzeit der Busse verlängert sich die Reisezeit um bis zu einer Stunde – je nach Reiseroute.

Ersatzverkehr geplant

„Nötig wird die Vollsperrung, da immer nach einer Gleiserneuerung ein sogenannter Qualitätsstopfgang erforderlich ist“, begründet Erika Posche-Frost, Sprecherin der DB-Regio in Leipzig die Außerbetriebnahme der Trasse. Während dieser Zeit müssten zudem einige Restarbeiten erledigt werden.

Von Anfang Mai bis Mitte Juni sind während einer sechswöchigen Sperrung der Bahnstrecke zwischen Biederitz und Zerbst Gleise und Weichen erneuert worden. Schon während dieser Zeit mussten Reisende und Pendler längere Fahrzeiten in Kauf nehmen.

Außerdem beginnt am kommenden Montag der Bau der temporären Fußgängerbrücke von Bahnsteig 1 zum Bahnsteig 2 am Güterglücker Bahnhof. Der Tunnel zwischen den Bahnsteigen wurde während der Sperrung im Frühjahr verfüllt. Seitdem fahren alle Regionalbahnen in beide Richtungen vom Bahnsteig 1.

Brückenbau bis Ende Februar

„Der Brückenbau mit der dazugehörigen Ausrüstung, wie beispielsweise die Beleuchttung sowie die Anpassung der Brücke an die Bahnsteige sollen spätestens bis Ende Februar abgeschlossen sein“, erläutert Erika Poschke-Frost. Es würden dann zusätzlich eine Beleuchtung und neue Wetterschutzanlagen errichtet sowie das Wegeleitsystem entsprechend angepasst.

Die Brücke sei nötig, um den Zugverkehr auf der viel befahrenen Strecke Magdeburg-Dessau reibungslos zu halten. Ist die Brücke fertig, fahren die Bahnen in Güterglück wieder beide Bahnsteige an.

Allerdings: Bahnnutzer mit Rollstuhl, Rollator oder Menschen, die nicht gut zu Fuß sind und die Treppen der Überführung nicht überwinden können, haben das Nachsehen. Sie werden dann erst nach Zerbst fahren müssen, um dort in die Regionalbahn nach Magdeburg umzusteigen.

„Bis zur Schließung des Tunnels im Frühjahr diesen Jahres war der Zugang zum Bahnsteig 2 nie barrierefrei“, schreibt Wolfgang Ball, Pressesprecher der Nahverkehrsgesellschaft (NASA) in Magdeburg auf Nachfrage.

Barrierfreiheit schaffen

Derzeit halten alle am Bahnsteig eins. Auf der stark befahrenen Strecke sei dies aber nur begrenzt und zeitweise möglich. Derzeit werde geklärt, ob auch nach Fahrplanwechsel am 9. Dezember alle Züge in Fahrtrichtung Magdeburg am Bahnsteig eins halten können.

„Da sich mit der Fußgängerbrücke als Zwischenlösung gegenüber dem bisherigen Tunnel hinsichtlich der Barrierefreiheit nichts ändert, bedeutet dies für die – sehr wenigen – betroffenen Reisenden keine Umstellung“, erklärt Ball.

Nach aktuellem Planungsstand seien im Jahr 2021 Arbeiten an Signal-, Leit- und sicherungstechnischen Anlagen sowie an der Gleis- und Oberleitungsinfrastruktur geplant. Während dieser Arbeiten solle dann auch der neue Haltepunkt in Güterglück am Bahnübergang an der Moritzer Straße gebaut werden.

Die Deutsche Bahn plante ursprünglich mit Schließung des Fußgängertunnels im Güterglücker Bahnhof am Ende der Bauarbeiten im Juni die neuen – barrierefreien – Bahnsteige am Bahnübergang Moritzer Straße zu eröffnen.

Wie sich allerdings bei der konkreten Bauplanung herausstellte, sind Bahnübergang und die künftige Bahnsteiglage sicherungstechnisch voneinander abhängig, was den Bau des neuen Haltepunktes während der letzten im Mai/Juni diesen Jahres unmöglich machte.