Zerbst l Das Zerbster Heimat- und Schützenfest lebt von seiner Tradition. Erstmals findet 1953 eine „Augustveranstaltung“ in Form des heutigen Heimatfestes statt, die Pferdemarktlotterie gibt es bereits seit 1878. In diesem Jahr soll das Fest zum ersten Mal ohne „großes Zelt“, wie es bei den Zerbstern umgangssprachlich genannt wird, starten.

„Die Zeltwiese präsentiert sich in diesem Jahr als großer Biergarten“, sagt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD), „und ja, wenn es regnet werden wir nass“, fügt er gleich schmunzelnd hinten an. Diese letzte Aussage relativiert Festzeltwirt Tom Hebäcker gleich ein wenig. „Es wird einen festen Boden im Bereich des Biergartens sowie eine Tanzfläche und eine Teilüberdachung geben“, erklärt Hebäcker.

Doch warum kein Zelt mehr? Beim Betreiben eines Festzeltes in dieser Größer würden enorme Kosten anfallen. „Da braucht es vertrauenswürdiges Personal, viel Personal, sowohl für das Festzelt als auch für den Biergarten“, sagt der Wirt. Hier brechen jedes Jahr immer mehr Helfer weg: Ersatz zu finden, werde immer schwerer. „Außerdem ist der Umsatz im Festzelt seit einigen Jahren rückläufig“, so der Gastronom.

Tagsüber gähnende Leere

Das Zelt bleibe so ziemlich den ganzen Tag leer. „Vor 22 Uhr kommen selten Besucher ins Festzelt“, weiß Hebäcker. Die Bands und DJ‘s würden nun mal aus den Einnahmen finanziert. Hinzu kommen beispielsweise die Gema-Gebühren, die Personalkosten oder der Sicherheitsdienst.

„Beim Sicherheitsdienst sind wir als Stadt dem Wirt schon zur Seite gesprungen und haben in den letzten beiden Jahren die Kosten übernommen“, erklärt Dittmann die Situation. Außerdem habe man seit nunmehr 15 Jahren keine Standgebührenerhöhung vorgenommen, betont der Bürgermeister. In diesem Jahr werde es insgesamt auch einen Ausschank weniger auf dem Festplatz zum Zerbster Heimatfest geben.

Ob das Heimatfest nicht als Ganzes eine kleine Frischzellenkur nötig hätte? „In den nächsten Jahren wird es sicher Veränderungen geben, ja geben müssen“, antwortet Andreas Dittmann.

Ideen und Ansätze

Hier seien bereits einige Ideen und Ansätze in der Diskussion. „Beispielsweise könnte die Bebauung des Festplatzes und die Verteilung der Geschäfte und so die Geh- und Sehgewohnheiten verändert werden“, blickt Dittmann in die Zukunft.

Bürgermeister und Festzeltwirt blicken optimistisch auf das kommende Fest. „Wir werden den gesamten Biergarten und dessen Umfeld genauso attraktiv gestalten wie immer und in diesem Jahr vermehrt auf Live-Bands setzten“, betont der Festzeltwirt.

Damit werde wie immer gleich am Eröffnungsabend begonnen. „Hier konnten wir wieder, was uns sehr freut, unsere Lokalmatadoren ,The Artcores‘ verpflichten“, verriet Andreas Dittmann.