Zerbst l Das Lösen des Heimatfotorätsels stellte für unsere Leser wieder kein Problem dar. Alle Rätselfreunde erkannten das gesuchte Motiv, welches dankenswerter Weise von Joachim Albrecht zur Verfügung gestellt wurde. Der Fotograf drückte einst in der Dobritzer Straße in Zerbst auf den Auslöser seiner Kamera und fing damit einen Blick auf das Portal des Heidetorfriedhofs ein.

Das wussten auch Ursula Hackemesser, Janet Klooß und Manuela Bieda aus Zerbst. „Das Foto bildet den Haupteingang des Heidetorfriedhofs in der Dobritzer Straße ab. Ich kann Ihnen noch verraten, dass der Baumeister ein Italiener war“, teilte die Zerbsterin mit.

Ebenso erkannte Gudrun Reinbothe aus Zerbst den Haupteingang des Friedhofes.

Bilder

Gemeinschaftliches Rätseln

Auch die Senioren des Willy Wegener Hauses aus dem Wohnbereich 2 beteilgten sich beim Rätseln. Stellvertretend für die Rätselrunde rief Katrin Wörl in der Redaktion an und lag mit ihrer Antwort goldrichtig. „Das ist der Haupteingang vom Heidetorfriedhof“, erzählte die Altagsbegleiterin der Senioren. „Immer donnerstags machen wir unsere Zeitungsschau und dann wird auch beim Heimatfoto mitgerätselt.“

Die Senioren aus dem Wohnbereich 3 der Seniorenresidenz taten es ihren Mitbewohnern gleich und beteiligten sich ebenfalls am Heimatfotorätsel. „Wir haben das Portal zum Heidetorfriedhof erkannt“, teilte Mitarbeiterin Mandy Steinbiß mit.

Oberkirchenrat Dietrich Franke kannte auch des Rätsels Lösung: „Der Friedhof ist im Jahr 1582 nach der großen Pest auf Anregung des Generalsuperintendenten Wolfgang Ameling entstanden. Er war Pfarrer an der St. Nicolaikirche in Zerbst. Zudem war der Baumeister ein echter Italiener.“

Helmut Lehman datiert Bild richtig

Wolfgang Gens aus Walternienburg wusste noch, dass das Portal vor einigen Jahren von der Walternienburger Firma Weferling instand gesetzt wurde.

Helmut Lehmann aus Zerbst erkannte ebenso das Friedhofsportal. „Es ist das historische Eingangsportal des Heidetorfriedhofs. Ich schätze die Aufnahme auf 1990. Dort haben ein Großteil der Menschen, die beim Bombenangriff am 16. April 1945 ums Leben gekommen sind, ihre letzte Ruhe gefunden.“

Helmut Morbach aus Güterglück lag mit seiner Lösung auch richtig. „Früher befand sich dort schräg rüber Richtung Dobritz eine Tankstelle und ein Busunternehmen. An der Tankstelle haben wir uns als Jugendliche oft mit dem Motorrad getroffen.“

Andreas Indenbirken aus Zerbst wusste: „Wenn man den ersten Weg rechts runter geht, kommt man zum Grab der Marinekameraden. Dort gegenüber stehen die Kreuze der gefallenen Soldaten der Roten Armee. Vor zirka sechs Jahren wurde das Tor rekonstruiert, weil es Gefahr lief, umzukippen.“ Der Zerbster datiert das Foto auf 1970. „Der Friedhof hat insgesamt drei Eingänge.“ Traurig sei Andreas Indenbirken darüber, dass dort oft randaliert werde. „Gestecke werden gestohlen, Kupferbleche von der Dachrinne entwendet und alles nur für ein paar Gramm Buntmetall. Das ist einfach nur respektlos.“

Rückblick in Geschichte

Der Zerbster Historiker Helmut Hehne ergänzt: „Gehen wir durch das monumentale Portal zum ältesten Teil des Heidetorfriedhofs, so denken wir an den Baumeister Peter Niuron aus Lugano stammend. In der Stadt Zerbst wurde er ab dem Jahre 1582 tätig.“

Bei der Anlage des nunmehr ältesten Teils des Heidetorfriedhofs, geplant und erbaut durch Peter Niuron, sei dieses Backsteinportal der späten Renaissance mit einer Friedhofsummauerung errichtet worden. Eine dreistrahlige Wegeachseneinteilung sei heute noch zu sehen. Gleichzeitig sei die Friedhofsanlage mit einer Mauer umgeben worden. Und für die Gesamtanlage sei für die Bürger der Stadt Zerbst eine Sondersteuer fällig geworden.

„Die Einweihung des Friedhofes erfolgte am 21. Oktober 1582 durch den bekannten Zerbster Superintendenten Wolfgang Ameling. Besonders interessant erscheint uns gleich links hinter dem Eingangsportal das Doppelepitaph des ehemaligen Bürgermeisters und Magisters Elias Schmidt aus dem Jahre 1639, mit seiner Ehefrau Catharina Gerholdin.“

Elias Schmidt sei mehrmals Bürgermeister der Stadt Zerbst in den Jahren 1627 bis 1636 geworden.

„Bei einem weiteren Rundgang zur Gedenkstätte der Opfer des Bombenangriffs am 16. April 1945 sollte durch ein stilles Innehalten an eine sinnlose Zerstörung unserer Stadt und der Toten gedacht werden.“

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