Steutz l „Am Sonntag ging das Fischsterben los“, sagt Arthur Sandmann und blickt über das Große Loch. Der sonst so idyllische See in der Steutzer Elbaue ist zur Todesfalle für Karpfen, Bleie und Zander geworden. Inmitten eines dichten Teppichs grüner Wasserlinsen schwimmen die leblosen Tiere. Auf 50 bis 60 Kilo Fisch schätzt der erfahrene Angler die Masse an Kadavern, die die jüngeren Sportsfreunde am Dienstagabend aus dem Gewässer holen werden.

Fische werden entsorgt

Mit einem Kahn paddeln der Vorsitzende der Steutzer Ortsgruppe des Anglervereins Gödnitz Christian Grottkowski und sein Stellvertreter Mattias Weiß in die Mitte des Sees und suchen die Oberfläche nach toten Fischen ab. Einen nach dem anderen landet in den Eimer, die an Land gebracht und eine 120-Liter-Tonne geschüttet werden. Stattliche Exemplare sind unter der Masse an Kadavern, die eine Fachfirma entsorgen wird.

Die anhaltende Hitze hat das Große Loch schrumpfen lassen, das heute nicht mehr von der Elbe, sondern nur vom Regen und vom Zufluss von den Feldern gespeist wird. Kaum noch Wasser ist darin, der Sauerstoffgehalt drastisch gesunken.

Bilder

Niedriger Wasserstand

„So extrem war es noch nie“, bemerkt Arthur Sandmann. Seit 1966 ist er als Angler aktiv, aber so etwas hat der Steutzer noch nicht erlebt. „Das wird von Jahr zu Jahr schlimmer“, meint er mit Blick auf den niedrigen Wasserstand, aber auch auf die vielen Algen. Die Nitrate, die von den Äckern angeschwemmt werden, lassen den See blühen.

„Wir bräuchten Frischwasser“, erklärt Arthur Sandmann. Das würde das Große Loch mit neuem Sauerstoff versorgen und eine Abkühlung mit sich bringen. Denn auch die Wassertemperatur liegt längst weit über 20 Grad.

Optimale Bedingungen für den so artenreichen Fischbestand in dem rund zwei Hektar großen Gewässer sehen anders aus. Da bleibt nur, auf einen Wetterumschwung in diesem tropischen Sommer zu hoffen – für die Karpfen, Hechte, Zander, Rotfedern, Rapfen, Bleie und anderen tierischen Bewohnern des Großen Loches.