Zerbst l Die rot-weißen Baken und das große Durchfahrt-Verboten-Schild weisen seit September 2017 auf die Baustelle Lusoer Straße hin. Bis September 2018 war die Baustelle zur Straßensanierung angekündigt. Mittlerweile zweifeln aber Anwohner an einer pünktlichen Fertigstellung.

„Wir liegen mehr als gut im Zeitplan“, sagt dagegen Dietmar Habelmann, Mitarbeiter des Tiefbauamts in Zerbst. Zwar hätten die aufwendigen archäologischen Arbeiten vor den eigentlichen Bauarbeiten etwas Verzögerung eingebracht, aber das hätte man wieder drin. „Durch die hohe Befunddichte der Archäologen haben sich die Grabungen länger gezogen als geplant. Doch im letzten Teil der Baustelle, auf Höhe des Gewerbegebietes, ließen die Befunde nach. Jetzt sind die archäologischen Untersuchungen vor Ort abgeschlossen. Die Archäologen werten die Befunde nun in Halle aus“, informiert Habelmann.

Kein Stillstand

Vermeintlicher Baustellenstillstand, den Anwohner Gunther Zabler vermutete, kann Habelmann ebenfalls nur verneinen. „Ja, es sind nicht mehr so viele Mitarbeiter der ausführenden Baufirma vor Ort, aber das war bei den durchgeführten Arbeiten in letzter Zeit auch gar nicht nötig“, so der Bauamtsmitarbeiter. In den vergangenen Wochen wurden alle Medien neu verlegt. Alles ist neu, von Gasleitungen über Wasser-, Abwasser- und Regenwasserkanälen.

Jetzt würden sich die Arbeiten an der Gosse und den Bordanlagen anschließen. Danach erfolgt der Eintrag der Schottertragschicht, die den Unterbau des Asphaltbelages bildet.

Dieser soll am 2. und 3. Juli aufgetragen werden. „Viel eher als geplant“, sagt Habelmann. Nach dem Asphalt kommt der Ausbau der Fußwege. „Nach dem Asphalteintrag wird die Straße nicht gleich für den öffentlichen Verkehr frei gegeben, weil wir dann die Pflasterarbeiten auf den Fußwegen nicht ohne Beeinträchtigungen umsetzen könnten“, sagt Habelmann. Daher bliebe die Straße etwas länger gesperrt, als vielleicht mancher für nötig halten würde, wird aber trotzdem voraussichtlich eher fertig als gedacht. Statt September wollen wir schon im August so weit sein.“

Bepflanzung im Herbst

Der Straßensanierung war auch ein Bürgerinformationsabend vorausgegangen, an dem alle Anwohner Einsicht in die Pläne erhielten. Anwohnerin Bärbel Kattler erinnert sich gut daran, stellt aber jetzt mit Blick auf die Baustelle fest, dass anscheinend anders gebaut werden würde. „Das sieht nicht so aus, als ob da noch die geplanten Grünflächen kommen würden“, meint sie.

„Ja, das ist richtig“, bestätigt Bauamtsleiterin Heike Krüger. Vorgesehen waren nach dem alten Plan Bäume und Grünflächen auf der Südseite der Straße. „Auf Anfragen der Anwohner wurde die Planung in Bezug auf die Bepflanzung geändert, da sich dafür eine Mehrheit gefunden hatte. Nunmehr werden die Bäume entlang der Friedhofsmauer gepflanzt. Die Bepflanzung erfolgt aber erst im Herbst 2018“, erklärt sie.

Die Mauer hat die Bauarbeiten im übrigen bisher tadellos überstanden. Die Bedenken zur Standsicherheit der Friedhofsmauer wurden durch ein Gutachten ausgeräumt.

Ob die Bauarbeiten auch in der bisher geplanten Kostenplanung liegen, ist noch nicht abschließend geklärt. „Bisher sieht es ganz gut aus. Die Hochrechnung dazu erfolgt in den nächsten Tagen“, meint Habelmann.