Zerbst l Während es noch immer keine positive Nachrichten vom Grundstück an der Breite/Ecke Wolfsbrücke gibt, auf dem die AWO bauen will, tut sich an anderer Stelle im Herzen der Stadt Zerbst etwas: Das Grundstück an der Breite/Ecke Fritz-Brandt-Straße wurde nach Informationen der Volksstimme von der Wohnungsgenossenschaft „Frohe Zukunft“ gekauft. Eigentümer war bis- lang der Automobilzulieferer KmB Technologie GmbH aus Zerbst.

Planungen noch nicht konkret

„Wir haben das besagte Grundstück von der KmB gekauft“, bestätigt Knut Jakob, geschäftsführender Vorstand der Zerbster „Frohen Zukunft“ auf Volksstimme-Nachfrage. Die Kaufformalitäten seien weitestgehend abgeschlossen, so Jakob. Was die Genossenschaft allerdings genau mit dem Grundstück vor hat, dazu wollte er sich noch nicht äußern. „Sowie die Planungen konkret werden, informieren wir natürlich über unser Vorhaben auf dem Grundstück“, versichert Knut Jakob.

Bereits 2014 hatte die Genossenschaft ein Zentrumsgrundstück im Auge. Sie wollte damals auf dem Eckgrundstück Breite/Wolfsbrücke investieren. Das Areal gehörte der Zerbster Bau- und Wohnungsgesellschaft (BWZ) gehörte. Die „Frohe Zukunft“ plante auf dem Gelände ein Wohn- und Geschäftshaus mit Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss, darüber Wohnungen und im Untergeschoss eine Tiefgarage.

Die Tiefgarage sollte nicht nur für die Mieter, sondern in einem abgetrennten Bereich auch öffentlich nutzbar sein. Ob die Pläne für das Grundstück an der Fritz-Brandt-Straße in ähnliche Richtung gehen, bleibt also noch offen.

Drei Pflegeangebote

Doch den Zuschlag damals erhielt die AWO-Soziale Dienste Magdeburg, deren Konzept die verantwortlichen betrieblichen und städtischen Gremien mehr überzeugte. Und so sah das Konzept der AWO aus: Ein Gebäude für drei Pflegeangebote unter einem Dach: Betreutes, barrierefreies Wohnen für ältere Menschen, die pflegerische und hauswirtschaftliche Hilfen benötigen, eine Tagespflege und ein ambulanter Pflegedienst. Das ist mittlerweile fast fünf Jahre her. Doch ein Baukran dreht sich sehr zum Verdruss der Zerbster noch immer nicht. Dabei sollte das Gebäude längst fertig und bezogen sein.

Zuletzt trafen sich die AWO-Chefin Katrin Köppe und Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) Anfang Dezember. Bei ihrem Treffen wurde auch über verschiedene Alternativ-Konzepte diskutiert. Wie diese aussehen könnten, dazu wollten sich beide aber nicht äußern. In einem waren sie sich einig: Kosten und Einnahmen sollen in einem gesunden Verhältnis stehen. Das Konzept müsse aber auch für die Zukunft tragfähig sein.

Nun muss sich also nur noch ein Investor für das dritte und letzte freie Filet-Grundstück im Zerbster Stadtzentrum an der Ecke Fuhrstraße zum Markt finden. Der auf dieser Fläche befindliche Wasserspielplatz ist so angelegt, dass er ohne weiteres an einen anderen Standort umziehen könnte.