Zerbst. Die Silvesternacht in Zerbst ist ruhig verlaufen – zumindest aus der Sicht von Polizei, Notaufnahme und Feuerwehr. Zwar feierten Jung und Alt vielerorts ausgelassen den Start in das neue Jahr. Größere Sachschäden oder Verletzungen blieben jedoch aus. Dennoch hatten die Diensthabenden einiges zu tun.

„Es war ein bisschen mehr als üblich“, fasst Frank Steinmetz vom Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld das Einsatzgeschehen in der Stadt zusammen. So hielten die Beamten in der Dobritzer Straße an Neujahr gegen 1.50 Uhr einen BMW an. Bei der Verkehrskontrolle stelten sie fest, dass der Fahrer angetrunken war. Die Polizisten leiteten ein Bußgeldverfahren ein. „Das heißt, der Promillewert lag zwischen 0,5 und 1,1“, erläutert Steinmetz.

Auch eine Sachbeschädigung durch Feuerwerkskörper nahmen die Beamten auf – allerdings bereits am 30. Dezember. „Unbekannte Täter beschädigten mittels Pyrotechnik die Briefkastenanlage eines Mehrfamilienhauses in der Neuen Brücke“, berichtet Frank Steinmetz. Die Schadenshöhe gibt er mit rund 500 Euro an.

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Eine Körperverletzung am Neujahrsmorgen

Keine näheren Angaben macht der Polizeihauptkommissar indes zu einer Körperverletzung, die am Neujahrsmorgen gegen 1 Uhr in Zerbst angezeigt wurde. Das Ermittlungsverfahren in dem Fall zumindest läuft.

Unabhängig von diesen unmittelbar mit Silvester verbundenen Einsätzen wurden die Polizisten am 31. Dezember zu einem Unfall in der Fuhrstraße gerufen. Zwei Pkw waren dort gegen 9.25 Uhr kollidiert, als eines der beiden Autos auf der zweispurigen Bundesstraße 184 die Fahrspur wechselte.

Normaler Betrieb in der Notaufnahme

„Völlig unkompliziert“ verlief die Silvesternacht in der Notaufnahme der Helios Klinik Zerbst/Anhalt. Von einem „normalen Betrieb“, den der Schichtdienst vor ihr hatte, erzählt Schwester Ina. Die Fälle, die im Krankenhaus versorgt wurden, hätten nichts mit den Feiern zum Jahreswechsel zu tun gehabt, schildert sie. Es mussten glücklicherweise weder Personen wegen nicht vertragenen Alkoholkonsums noch wegen Augen- oder Brandverletzungen durch den falschen Gebrauch von Böllern behandelt werden.

Für die aktiven Mitglieder der Ortsfeuerwehr Zerbst ist bislang kaum eine Silvesternacht ohne Einsätze vergangen. Deshalb rechnen sie am 31. Dezember stets aufs Neue damit, dass der Pieper losgeht. Und tatsächlich, gegen 22.30 Uhr schrillte der Alarm. Ein Brand in der Fuhrstraße ließ 20 Kameraden mit drei Fahrzeugen ausrücken.

Unnötiger Einsatz für die Feuerwehr

„Wir konnten ja nicht ahnen, was uns erwartet“, blickt Ortswehrleiter Steffen Schneider zurück. Er spricht von einem „kleinen Einsatz“. „Eigentlich eine riesengroße Frechheit“, ärgert er sich noch tags darauf über die völlig unnötige Alarmierung der ehrenamtlichen Brandschützer.

Denn der Löschzug fuhr mit Blaulicht und Martinshorn durch die Stadt, um vor Ort einzig eine noch glühende leergeschossene Feuerwerksbatterie vorzufinden. „Da hat ein Eimer Wasser gereicht, den wir dann auch draufgekippt haben“, kann Schneider über solch einen Einsatz nur den Kopf schütteln. „Dafür ist die Feuerwehr nicht da“, erklärt er, dass von der Mehrschussbatterie keine Gefahr ausging.

Notruf nur in Notfällen

„Ich appelliere nochmal an die Leute, den Notruf nicht aus Bequemlichkeit zu rufen“, ergänzt der Ortswehrleiter. Ansonsten sei es ruhig in der Stadt gewesen. „Das zeigt, dass die Menschen umsichtig mit der Silvester-Knallerei umgehen“, sagt er. So konnten die Kameraden „die Jahreswende zum Glück bei ihren Familien und Partnern verbringen“, bemerkt Steffen Schneider.

Die Silvester-Alarmierung in die Fuhrstraße war der letzte Einsatz für die Zerbster Ortsfeuerwehr 2018. „Damit schließen wir das Jahr mit insgesamt 160 Einsätzen ab“, informiert Schneider.