Zerbst l Viele Komponisten beflügelten Loriots Fantasie – einer davon war der Franzose Camille Saint-Saens, zu dessen Komposition „Karneval der Tiere“ er einen in bester Loriot'schen Art einen humorvollen Text schrieb: Niemand hätte die beschwerliche Reise und den ungewohnten Kostümzwang auf sich genommen, wenn es sich nicht um ein kulturelles Ereignis von erregender Einmaligkeit handelte: den „Karneval der Tiere“.

Wie Recht Loriot doch hatte, denn dicht gedrängt saßen und standen die zahlreichen Geburtstagsgratulanten am Sonnabend auf dem Gelände des Kultur– und Bildungszentrums Zerbst, welches die drei Bildungseinrichtungen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld unter einem Dach beherbergt – die Förderschule „Schule am Heidetor“, die Kreisvolkshochschule und die Musikschule „Johann Friedrich Fasch“.

Gemeinsame Inszenierung

Anlass des festlichen Nachmittags mit der Open-Air Aufführung des Stückes „Karneval der Tiere“, dass gemeinsam von der Förder- und der Musikschule inszeniert wurde, ist das 20-jährige Bestehen der Buldungseinrichtung.

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„Tradition und Fortschritt, Kontinuität und Wandel, das sind Schlagworte, die für unsere drei Schulen gleichermaßen gelten“, betonte Silvia Focke, Leiterin der Förderschule in ihrer Begrüßungsansprache. Das Bewährte fortentwickeln ohne in der Vergangenheit zu verweilen, Neues wagen ohne den Zeitgeist hinterher zu jagen, das sei das durchgängige Konzept aller Mitarbeiter, die in und mit den drei Schulen arbeiten.

Harmonische Zusammenarbeit

„Wer hätte gedacht, dass dieses Konstrukt – Kuktur und Bildungszentrum – drei völlig verschiedene Schulen unter einem Dach, einmal so gut, harmonisch und effektiv laufen könnten“, erklärte Focke. Es sei ein Geben und Nehmen, ein Unterstützen und Ergänzen.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) erinnerte in seinem Grußwort an den ganz besonderen Ort, an dem sich diese Einrichtung befindet. „Im Juni 1953 starteten hier die russischen Panzer, um im Zuge des Volksaufstandes in der Stadt für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Und bis Anfang der 1990er Jahre waren hier eben jene russische Panzertruppen stationiert, die damals ein ganz wichtiges hatten, nämlich für ein Gleichgewicht des Schreckens zu sorgen“, so Dittmann.

Ort des Friedens

Etwa zehn Jahre danach habe der Landkreis den Beschluss gefasst, an jenem Ort, ein Objekt zu schaffen, in dem man lernen kann, in dem man musizieren kann und der in dieser Form zu einem ganz besonderer Ort des Friedens wurde.

Bernhard Böddeker, stellvertretender Landrat überbrachte die Grüße von Landrat Uwe Schulze (CDU), der die Schirmherrschaft für die Feier übernommen hat und dankte allen Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit in einer Einrichtung, die einen wichtigen Beitrag zur Kultur der Stadt Zerbst und des Landkreises beiträgt.