Bundesfreiwilligendienst

Junge Mutter bereitet sich im Freien Kindergarten Zerbst auf ihre Traumausbildung vor

Kathleen Weiser hat mit 33 Jahren ein neues Berufsziel vor Augen. Die gelernte Friseurin möchte Erzieherin werden. Im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes sammelt sie nun erste praktische Erfahrungen im Freien Kindergarten Zerbst.

Von Daniela Apel
Kathleen Weiser aus Thießen absolviert derzeit den Bundesfreiwilligendienst im Freien Kindergarten Zerbst.
Kathleen Weiser aus Thießen absolviert derzeit den Bundesfreiwilligendienst im Freien Kindergarten Zerbst. Foto: Daniela Apel

Zerbst/Thießen - „Ich möchte gern Erzieherin werden“, sagt Kathleen Weiser. Lächelnd erzählt die junge Frau vom Auslöser für ihren Berufswunsch, ihrer Tochter Ella. Drei ist ihre kleine Prinzessin, die sie motiviert hat, mit 33 noch einmal eine neue Ausbildung zu beginnen. „Ich bin gelernte Friseurin“, erzählt die Thießenerin, dass sie nur kurz in diesem Job arbeitete. Zwölf Jahre war sie als Verkäuferin tätig. Dann kam der Nachwuchs und mit ihm die Überlegung, noch einmal die Schulbank zu drücken und eine ganz andere berufliche Richtung einzuschlagen.

Äußerst motiviert geht die junge Frau ihr Ziel an. Im Freien Kindergarten Zerbst hat sie jetzt erste praktische Erfahrungen gesammelt, die sie in ihrem Vorhaben nur bestätigen. „Es macht total Spaß“, erklärt Kathleen Weiser, die von allen nur „Kathi“ genannt wird. Sie fühlt sich sichtlich wohl inmitten der 28 Mädchen und Jungen. Zwischen zwei und sechs sind die Steppkes, die das sommerliche Wetter an diesem Tag genießen. Fröhlich tollen sie im Garten der Einrichtung herum. Der Waldfrieden liegt gleich gegenüber der Villa, in der sich vier Erzieher um den Nachwuchs kümmern.

Als Bufdi erste praktische Erfahrungen sammeln

Kathleen Weiser unterstützt das Team seit Februar im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. „Eine Freundin hat mir den Kindergarten empfohlen“, erzählt sie. Auch diese war hier als Bufdi tätig so wie die 33-Jährige jetzt. 30 Stunden ist Kathleen Weiser wöchentlich im Einsatz, wofür sie ein Taschengeld erhält. Wichtiger ist ihr allerdings das Eintauchen in den Beruf, den sie zukünftig ausüben möchte. Da ist sie sich inzwischen vollkommen sicher. Am liebsten würde sie direkt in der Zerbster Kita anfangen. Die Thießenerin mag das offene Konzept der Einrichtung, die sehr naturverbundene Arbeit und das Kreative, das ihr persönlich besonders liegt.

Waldgeister hat sie bereits mit den Kindern aus gesammelten Stöckern gebastelt. Nun widmen sie sich mit Papier, Schere und Klebstoff gemeinsam der bekannten Raupe Nimmersatt, die sich erst kugelrund frisst und schließlich in einen wunderschönen zarten Schmetterling verwandelt. Aber auch mit Zumba, einer sportlichen Mischung aus Aerobic und schwungvollen Tänzen, und einem Geräuschtheater hat Kathleen Weiser den Nachwuchs schon begeistert.

Am 2. September beginnt für sie dann die dreijährige Ausbildung zur Erzieherin. Da die Thießenerin bereits eine Lehre abgeschlossen hat, genügt ihr als weitere Zulassungsvoraussetzung eine mindestens 600 Stunden umfassende praktische Tätigkeit in den Bereichen der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Eine Möglichkeit ist die Absolvierung des Bundesfreiwilligendienstes in einer Kita, wie es der Freie Kindergarten Zerbst anbietet.

Kita profitiert von neuen Sichtweisen

„Für uns ist das eine Bereicherung“, sagt Diana Woitkowiak hinsichtlich der Bufdis, die bislang bei ihnen im Einsatz waren. „Sie gehen mit anderen Sichtweisen ran“, begründet die stellvertretende Leiterin. Zugleich möchten sie als Einrichtung jungen Leuten gern die Chance geben, Einblick in den Erzieheralltag zu erhalten. „Anfangs hatten wir immer FSJler, mitunter sogar zwei gleichzeitig“, blickt Diana Woitkowiak zurück. Statt Einsatzstelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu sein, beteiligt sich der Kindergarten seit geraumer Zeit am Bundesfreiwilligendienst. Konkret gilt das Angebot in diesem Fall für alle, die älter als 27 sind. Finanzielle Gründe spielen da für die vereinsgetragene Einrichtung eine Rolle.

In der Regel erstreckt sich der Bundesfreiwilligendienst über ein Jahr und startet meist am 1. August oder 1. September. Bewerber würden zunächst zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, dem das nähere Kennenlernen beim zweitägigen Probearbeiten folgt, wie Diana Woitkowiak schildert. Derzeit wird ein Nachfolger für Kathleen Weiser gesucht. Interessenten können sich gern bei Kita-Leiterin Silke Alarich melden.

Das Kreative liegt der 33-Jährigen, die gern Erzieherin werden möchte.
Das Kreative liegt der 33-Jährigen, die gern Erzieherin werden möchte.
Foto: Daniela Apel