Lindau l Hocherfreut, die Veranstaltung durchführen zu können, zeigte sich der Vorsitzende des Lindauer Heimat- und Verkehrsvereins Horst Krüger. Seit vielen Jahren steht das Hengstmann-Kabarett im Herbst auf dem Veranstaltungsplan in Lindau. Lange war unklar, ob die Tradition in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Auf 50 Personen sollte das Publikum für die Veranstaltung im Bürgerhaus begrenzt werden. Da boten die Kabarettisten von sich aus an, dann eben zweimal zu spielen.

Per ausgeklügeltem Sitzplan waren die Plätze im Saal verteilt. Eine originelle Idee vom Heimatverein war es, umgedrehte Papierkörbe – mit Serviette dekoriert – als Abstellmöglichkeit für Kaffeetasse oder Sektglas vorzuhalten. Die Idee der Papierkörbe, die aus der Stadtverwaltung in Zerbst geholt werden konnten, stammte von Helmut Seidler. Bei Horst Krüger wären es wohl Obstkisten geworden. Die Mitglieder des Heimatvereins boten Kuchen an, und zum Abendprogramm gab es Würstchen. Pfeile auf dem Fußboden zeigten die Laufrichtung an.

Vater und Söhne ziehen über sich her

Die drei auf der Bühne brauchten keinen Abstand voneinander halten, schließlich sind sie eine Familie. Frank Hengstmann mit seinen Söhnen Sebastian und Tobias – der Vater, das große kluge Kind und das kleine glückliche Kind. Dass sie übereinander herziehen, ob über das Alter oder die Frisur, gehörte natürlich zum „Propapaganda“-Programm.

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Diesmal also die Dreier-Konstellation – eine „Koalition der Vernunft“ auf der Bühne, die Dreier-Koalition ganz nach sachsen-anhaltischem Vorbild. Doch viel mehr Vorbild fanden die Kabarettisten in der Politik nicht. Aber genug Stoff zum Durchquirlen.

Trump, Corona und Wendler sind Themen

Lindau war die siebte oder achte Veranstaltung mit dem aktuellen Programm – „quasi Premiere“, offerierte Frank Hengstmann dem Publikum. Die eigentliche Premiere war am 13. März, dann kam Corona. Den scharfen Blick auf die aktuelle politische Situation, in Magdeburg, in Sachsen-Anhalt, Deutschland und auf die Welt haben die Hengstmänner indes nicht verloren. Corona ist natürlich Thema in diesem Jahr, so wie Trump und der Wendler. Im nächsten Jahr wird es wohl wieder der Wahlkampf sein...

Für Abwechslung und ein gewisses Esprit im Programm sorgten immer die Musikeinlagen. Auch an der Gitarre, an Kontrabass, Klavier und Schlagzeug sind die Männer der Worte fit. Das spanische Volkslied La Cucaracha wurde zum Propapaganda-Song umfunktioniert, ein Lied zur Rente erklang und eines zum Rauchen. Auf der Parkbank fand sich Franz Branntwein ein. Mit von der Partie natürlich auch Manni und Matze Fest aus Machdeborch.

Publikum konnte herzhaft lachen

Sprachdienstleisterin Alexa lieferte Vergleiche mit der Stasi, weitere ließen die Models von Heidi „Klumpen“ zu. Es durfte herzhaft gelacht werden, die Kabarettisten trafen ins Schwarze mit ihren Witzen, Bermerkungen, Fingerzeigen. Auch Buhlendorf blieb natürlich nicht unerwähnt und ein um das andere Mal war von der Bühne zu vernehmen, wie „toll, dass der Heimatverein die Veranstaltung möglich gemacht hat.“ Man habe auch schon angedroht, im nächsten Jahr wieder kommen zu müssen. „Dann wieder mit 3000 Leuten im Saal“, so Frank Hengstmann.

Wer Lindau verpasst hat, kann die Hengstmänner natürlich auch in Magdeburg besuchen. Da wird am Breiten Weg 37 wieder gespielt. Im Kabarett „…nach Hengstmanns“ dürfen die Akteure jeweils 40 Gäste willkommen heißen –www.hengstmann.de