Zerbst l „Mit dem erstem Aufschlag sind wir sehr zufrieden“, konstatiert Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) nach dem Katharina-Forum.

Zerbst hatte am Donnerstag und Freitag ein Wirtschaftsforum auf die Beine gestellt, dass 170 Unternehmer aus Deutschland und Russland erstmalig zusammenbrachte. Mit Speeddatings und Networking-Pausen hatten diese Zeit, sich zwischen verschiedenen Fachvorträgen, Führungen und innovativen Ideenvorstellungen kennenzulernen und auch ganz konkret Projekte zu besprechen.

Gute Mischung gefunden

Die deutschen Teilnehmer waren da verhältnismäßig schnell gefunden. Für die russischen Gäste wurden viele Kontakte und auch Kontaktmöglichkeiten genutzt – mit Erfolg. „Ich glaube, wir hatten eine sehr gute Mischung zwischen deutschen und russischen Gästen“, schätzt Dittmann ein.

Außerdem nimmt er natürlich das außerordentlich klare und direkte Feedback des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (Schirmherr der Veranstaltung) und des Wirtschaftsministers Armin Willigmann mit, die sich ganz klar eine Fortsetzung wünschen würden und ihre Unterstützung bereits zusicherten.

„Insgesamt sind wir zufrieden. Eine Fortsetzung wird davon abhängen, ob wir weiter russische Unternehmer für uns und das Forum begeistern können. Aber wir glauben, mit dem Rückenwind vom ersten Forum wird es das sicherlich einfacher werden“, blickt der Bürgermeister schon einmal in die Zukunft. „Mit Pfunden wuchern, die wir haben“ sollte dabei dann das Motto sein.

Vortrage laufen parallel

Auch die Besucher zeigten sich begeistert. Beispielsweise Marcel Schrepel, Unternehmer aus Berlin aus der IT-Branche: „Vor allem für ein erstes Mal finde ich es super. Super Organisiert, interessante Themen, tolles Rahmenprogramm“, lobt er. Aber natürlich gibt es auch ein paar Vorschläge, was hätte besser sein können: „Es gab einige parallel laufende Vorträge, wo die Themen beide gleichermaßen so interessant waren, dass man sich kaum entscheiden konnte“, sagt er, obwohl er natürlich weiß, dass das kein Organisationsproblem ist. Er sagt aber auch, dass eher langatmige Monologe vielleicht ausgespart werden könnten.

Außerdem hätte er sich an mancher Stelle längere Networking-Pausen gewünscht. „Da war es gut, dass das Forum über zwei Tage ging, so konnte man abends und auch am nächsten Morgen nochmal Kontakt aufnehmen, zu denen man vorher noch nicht gekommen war oder sich aus den Augen verloren hatte.“

Er selbst sei erprobter Konferenzgänger und stellt dem Forum Bestnoten aus. „Sehr attraktiv, sehr schöner Ort, gute Organisation“, bringt er es auf den Punkt.

Lob aus Russland

Auch von russischer Seite aus gibt es Lob. Evgenia Voronina, Abgesandte aus der Verwaltung der Partnerstadt Puschkin, sagt, dass sie von allen Landsleuten schon hörte, dass es sich gelohnt hätte, herzukommen. „Vor allem die Pausen für die Gespräche wurden eifrig genutzt. Die Leute wollen wirklich kommunizieren. Vor allem jetzt darf man den Dialog nicht stoppen“, sagt sie. Voronina zeigt sich aber auch von der Organisation begeistert: „Es war außerdem beeindruckend, wie die Zerbster das Forum durch- und umgesetzt haben. Der Bürgermeister und seine Mitstreiter haben dafür gekämpft, das Forum in Zerbst so stattfinden zu lassen. Ich bin davon überzeugt, dass es eine Fortsetzung geben wird.“

Alle Anwesenden betonten immer wieder den Dialog zwischen Deutschen und Russen, der gerade heute wichtig wäre. Um so besser kamen auch die Ausführungen des EU-Kommissars a.D. Prof. Günter Verheugen an, der die deutsch-russischen Entwicklungen aus seiner Sicht präsentierte und ebenfalls die Verständigung unterstrich, die stattfinden muss, und nannte in dem Zusammenhang das Katharina-Forum als Signal von Zerbst.

Kleiner Wermutstropfen am Forum für Bürgermeister Dittmann: „Natürlich wäre das Konzert noch toll gewesen, das hätte die Zerbster stärker einbezogen, so war es eben nur für die Forum-Teilnehmer.“