Walternienburg l „Das Wetter spielt uns nicht gerade in die Karten“, sagte am Sonntagvormittag Klaus Brösicke, der Vorsitzende vom Verein „Kanarien und Exoten Zerbst 1923“. Am Abend konnte er dennoch eine positive Bilanz der diesjährigen Vereinsschau ziehen, die jüngst auf der Walternienburger Burg gezeigt wurde. 650 Besucher wurden registriert. „Auf unsere Stammbesucher können wir eben zählen“, so Brösicke.

50 Volieren beherbergten in der Markt- und Festscheune die rund 200 exotischen Vögel 50 verschiedener Arten. Eine Farbenpracht ringsum, Gezwitscher in allen Nuancen. Nur wenn abends das Licht aus ist, herrscht absolute Ruhe, versicherte der Vereinsvorsitzende. Doch für die Besucher waren die Vögel quietschfidel. Nur die Schleiereule von Cornelia Dikall aus Wiesenburg ließ das Treiben völlig kalt. Sie saß in ihrer hölzernen Höhle und regte sich sowenig wie das künstliche Exemplar in ihrem Käfig.

Faszination Eule

Dennoch: „Die Leute finden die Eule faszinierend“, hat Klaus Brösicke beobachtet. Wahrscheinlich, weil man so etwas nicht so häufig sieht, meinte er. „Wir sind froh, so eine Züchterin im Verein zu haben“, sagte er. Aber auch vor einigen anderen Volieren verweilten manche Besucher auffällig lange. Prachtrosellas, Halsbandsittiche, Rosen- und Pfirsichköpfchen, Königssittiche, die orangefarbenen Kanarien oder die Gebirgsloris mussten ein um das andere Mal als Fotomotiv herhalten.

Komplett anders als die letzten Male war die Ausstellung, die zum fünften Mal auf der Burg stattfand, aufgebaut. „Ich bin dafür, nicht immer die gleiche Schiene zu fahren“, hatte der Vereinsvorsitzende die Umgestaltung angeregt. Statt, dass die Volieren vor den Fenstern stehen, ließ das Tageslicht diesmal alles viel heller erscheinen. Bei der Deko war man von Nadelbäumen auf Birke umgestiegen, wovon das Erscheinungsbild ebenfalls profitierte. Die Saalmiete hatte übrigens CDU-Landtagsmitglied Dietmar Krause übernommen, nachdem er im vergangenen Jahr so begeistert von der Schau gewesen war.

Die Besucher waren rundum angetan. „Schön gemacht“, fand zum Beispiel Torsten Kampmann aus Nedlitz, der mit seiner Familie das erste Mal da war. Er habe selber Vögel, erklärte er sein Interesse. „Wir wollten mal gucken, ob wir was neues finden“, erzählte der Hobbyzüchter. Fündig wurde er. Die Vogelbörse hielt einige Kaufexemplare bereit.

Maja verkauft Kuchen

Für das leibliche Wohl der Ausstellungsgäste hatten die Vereinsmitglieder gesorgt. Züchtertochter Maja Handrich (9) aus Ladeburg unterstützte mit Freude den Kuchenverkauf. Nur auf den Grillstand mit Sitzgarnituren unterm Zeltdach draußen musste man wegen des Wetters verzichten.

Attraktive Preise hatte auch die Verlosung zu bieten. Allerdings konnten nicht alle Lose verkauft werden, und der Hauptpreis ging einfach nicht weg. Dass er wirklich noch im Topf war, testeten die Vereinsmitglieder am Ende selbst, und ließen die Kinder die übrig gebliebenen Lose öffnen, bis das Fahrrad dabei war.

Weiter gehts nach Magdeburg

Keine drei Stunden brauchten die Organisatoren am Sonntagabend für den kompletten Abbau. Der Aufbau hatte die ganze Woche gedauert. Derweil haben einige der Vereinsmitglieder schon wieder in Magdeburg aufgebaut. Dort findet an diesem Wochenende in der Messehalle eine Bundesausstellung der Vereinigung für Zucht und Erhaltung einheimischer und fremdländischer Vögel (VZE) statt. Zehn Zuchtfreunde vom Verein „Kanarien und Exoten Zerbst 1923“ sind dort mit 46 Vögeln vertreten.