Zerbst. Von Farbenzwergen bis zu Riesenschecken reicht das vielfältige Spektrum der niedlichen Langohren, die am ersten Adventswochenende das Vereinsobjekt der Zerbster Rassekaninchenzüchter bevölkern. Anlass ist die 10. Offene Rammler- und Lokalschau, bei der nicht nur die Gastgeber ihre prachtvollsten Exemplare präsentieren. Auch Zuchtfreunde aus den benachbarten Vereinen Wittenberg, Oranienbaum, Hobeck und Möckern zeigen ihre schönsten Tiere.

91 sind es insgesamt – eine durchaus zufriedenstellende Anzahl, wie Ausstellungsleiter Walter Schneider findet. Denn „es war kein gutes Züchterjahr“, berichtet er von zunächst vielen Fehlwürfen. Als dann ab Mai endlich der erste Nachwuchs zu verzeichnen war, brachten die Häsinnen statt sieben bis acht Jungtieren oft nur zwei auf die Welt, wie Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Heinemann schildert.

Schwieriges Züchterjahr

„Da spielen eine Menge Faktoren eine Rolle“, erinnert Andreas Dittmann an die lang anhaltende Hitze und Trockenheit, die 2018 prägten. Zugleich zollt der Zerbster Bürgermeister den Züchtern Respekt für ihr verantwortungsvolles Hobby. „Das ist etwas, bei dem man jeden Tag neu gefordert wird, man bekommt aber auch etwas Besonderes zurück“, bemerkt der Schirmherr der Ausstellung in Anbetracht der knuffigen Vierbeiner, die in den Käfigen sitzen.

Bilder

13 Rassen und Farbenschläge sind zu bestaunen. Zu den Langhaarrassen gehören die Genter Bartkaninchen von Norbert Müller aus Stresow. In Sachsen-Anhalt ist er der einzige, der sich diesen flauschigen Exemplaren verschrieben hat. Bald werde eines seiner Pärchen den Lehrbauernhof des Dessauer Tierparks bereichern, verrät der Züchter mit dem Faible für seltene Rassen. So hält er auf seinem Bauernhof unter anderem ebenfalls Mangalitza, Wollschweine, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen.

Knuffige Premiere

Für eine Premiere in Zerbst sorgt Kurt Gensch mit seinen Blauen Holicer, die im farbigen Kontrast zu seinen Roten Neuseeländern stehen, die er genauso züchtet wie die Kleinsilber in Schwarz. Und das mit Erfolg. So holt er sich den Wanderpokal 2018 für die beste Züchterleistung, den die Zerbster vereinsintern vergeben. Stolz hält Kurt Gensch den besonderen Pokal in Händen, den der Züchter mit den acht besten Tieren aus allen von ihm ausgestellten Rassen erhält. Ein Leben ohne die pelzigen Langohren kann er sich nicht vorstellen. „Wir haben immer Kaninchen gehabt“, erklärt der 59-Jährige. Aus „Spaß an der Freude“ hat er sich seit 40 Jahren ihrer Zucht verschrieben. Im Moment besitzt er 70 Tiere, bei denen er eines am meisten genießt: das Spielen mit ihnen.

Diese Möglichkeit bestand während der Ausstellung zum Bedauern der jüngsten Besucher nicht. Umso toller war es, wenn ein Züchter eines seiner Tiere zum Streicheln aus dem Käfig holte. Da leuchtenden die Kinderaugen, während sich die Blicke des Fachpublikums auf die Ausprägung der einzelnen Rassemerkmale konzentrierten.

Kritische Richterblicke

Diese hatten vor Schaueröffnung die beiden Preisrichter Helmut Halupka aus Genthin und Wolfgang Süß aus Rathenow ganz genau unter die Lupe genommen und entsprechend Punkte vergeben. Ein „ vorzüglich“ bekam Rainer Pförtsch aus Pratau für sein rotbraunes Hasenkaninchen, was ihm die Auszeichnung „Bester Rammler“ bescherte. Den Preis für die „Beste Häsin“ nahmen Bärbel und Klaus Lieblich für ihre „hervorragende“ Sachsengold-Dame mit nach Wittenberg.