Im Porträt: Der Landtagskandidat der SPD im Wahlkreis 23

Karsten Todte möchte in der Landespolitik den Fokus auf den ländlichen Raum setzen

Karsten Todte mag keine leeren Worthülsen. Der SPD-Politiker möchte gezielt etwas bewegen. Am Herzen liegt ihm der ländliche Raum, für den seiner Meinung nach zu wenig getan wird. Das will der gebürtige Akener ändern. Deshalb kämpft er um den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt.

Von Daniela Apel 26.05.2021, 13:40 • Aktualisiert: 26.5.2021, 13:40
Karsten Todte möchte für die SPD  in den neuen Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen.
Karsten Todte möchte für die SPD in den neuen Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen. Foto: Daniela Apel

Zerbst - „Es wird immer viel über den ländlichen Raum geredet, aber wenig getan“, meint Karsten Todte. Ihn ärgern die leeren Worthülsen, denen keine Taten folgen. „Das ist eine Sache, die ich ändern will“, erklärt der 45-Jährige. Geboren in Aken wohnt er inzwischen im Südlichen Anhalt zwischen Elbe und Fuhne und bekommt die Unzufriedenheit der Menschen mit. Für sie möchte er etwas bewegen, die kleinen Orte stärken. In einem Dorf zu leben, soll genauso attraktiv sein wie in der Stadt.

Der Schalthebel ist für ihn der Landtag von Sachsen-Anhalt. Deshalb kämpft Karsten Todte am 6. Juni um das Direktmandat im Wahlkreis 23, der sich vom Osternienburger Land über Zerbst bis nach Gommern erstreckt. Er tritt an für die Sozialdemokraten, die seit 1999 seine politische Heimat sind. „Zwei Jahre habe im Landesvorstand mitgearbeitet“, erzählt Karsten Todte. Doppelt so lange ist er inzwischen als Büroleiter für den SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Mormann tätig. Dadurch kennt er sich bereits hinter der parlamentarischen Kulisse aus.

In der Politik geht es um Kompromisse

Nun will der 45-Jährige gern selbst mitwirken und Veränderungen herbeiführen. „Wenn man nicht loslegt, passiert nichts“, sagt Karsten Todte. Politik zu machen, heißt für ihn dabei, Kompromisse zu finden. „Und wenn es der kleinste gemeinsamer Nenner ist“, ergänzt er mit Blick auf das Kinderförderungsgesetz. Dass Eltern nur noch die Kita-Gebühr für das älteste Kind zahlen müssen, ist für ihn nur ein Zwischenschritt hin zur kompletten Beitragsfreiheit. „Wenn man an zukünftigen Generationen spart, fällt einem das später auf die Füße“, nennt er Abwanderung und Fachkräftemangel als mögliche Folgen.

Zudem liegen Karsten Todte - selbst Vater zweier Töchter - junge Familien besonders am Herzen. Viele würden aufs Land ziehen, wo sie mitunter schnell abgeschnitten sind vom öffentlichen Nahverkehr und schnellen Internetverbindungen. „Der Anrufbus ist ein Anfang, aber nicht das Ende vom Lied“, meint der SPD-Politiker. Auch der Breitbandausbau hat für ihn noch deutliche Reserven, wie die Schwierigkeiten beim Homeschooling bewiesen.

Standorte fördern und Wirtschaft ansiedeln

Karsten Todte weiß, dass es Geld kostet, in die Infrastruktur zu investieren. Dazu brauche es die Wirtschaft. Standortförderung ist für ihn das Stichwort, dem mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Denn dort, wo sich Unternehmen ansiedeln, fließen Gewerbesteuern in die Kassen der Kommunen. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat hier seiner Ansicht nach viel Potenzial. Der 45-Jährige denkt neben Schienenwegen und Bundesstraße an die Elbe, die nicht mehr als Trennlinie, sondern als gemeinsame Verbindung betrachtet werden sollte zwischen dem Zerbster sowie dem Köthener und Bitterfelder Raum.

Er selbst setzte früher öfter mit der Fähre von Aken aus ans andere Flussufer über. „Mit meinen Eltern bin ich mit dem Rad nach Steutz zum Spargelessen gefahren“, erzählt Karsten Todte. Inzwischen wandert er lieber und joggt immer mal. Zudem sorgt sein Hund dafür, dass er an die frische Luft kommt. Übrigens hat Karsten Todte noch ein närrisches Hobby: Er ist Präsident der 1. Köthener Karnevalsgesellschaft KuKakö.