Walternienburg l Schon seit 2015 beschäftigen sich die Walternienburger Christen mit dem Bau einer Arche. Damals stellte die Architektin Sina Stiebler das Projekt in der Gemeinde vor, erinnerte Superintendentin Ute Mertens beim Richtfest. Lange dauerte es, bis die Arbeiten an dem Projekt überhaupt beginnen konnten, erinnerte sie. Vor allem mit dem Landesamt für Archäologie und Denkmalschutz hatte die Kirchengemeinde eine größere Auseinandersetzung zu bestehen. Die Forderungen der Archäologen hätten das ganze Bauprojekt fast gekippt, sagte sie weiter.

In den 80ern abgerissen

Ursprünglich hatten die Archäologen eine große Rechnung für die Untersuchung des Baugrundes vor Beginn der Bauarbeiten aufgemacht. Die Planerin setzte sich zusammen mit der Kirchengemeinde gegen die Forderungen erfolgreich zur Wehr.

Denn viel sei nicht zu erwarten, sagte sie damals. In den 1980er Jahren wurde die Kirche, die auf dem Grundstück stand, abgerissen. Das Kirchenhaus sei so marode gewesen, dass es zu dem Abriss keine Alternative gegebene habe, heißt es.

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Bei den Arbeiten für das Fundament des neuen Gebäudes stießen die Bauarbeiter im Boden auf die Reste des Kirchenfundaments. Die Restfundamente blieben erhalten und wurden in das neue Fundament für die Arche integriert. Das neue Gemeindehaus, welches auch ein Treffpunkt für die Radfahrer an der Elbe werden soll, ist bewusst wegen der Nähe zur Elbe als Arche bezeichnet und geplant worden. Der Grundriss des Gebäudes sieht dabei wie der Bug eines Schiffes aus.

Witterungsfestes Lärchenholz

Wie das biblische Original wird das Haus ebenso weitgehend aus Holz konstruiert. Rund 20 Kubikmeter Fichtenholz stellen die Rahmenkonstruktion des Gebäudes dar, sagte der Schönebecker Zimmerer Stephan Schmidt. In Ständerbauweise wird das Gebäude errichtet. Nach dem Einbau der Dämmung erhält es auch außen eine Holzverkleidung. Hierbei verwenden die Zimmerer Lärchenholz, welches besonders witterungsfest sein soll.

Sowohl die Architektin Sina Stiebler als auch die Pfarrerin Benita Arnold konnten dem Richtfest nicht beiwohnen. Pfarrer Georg Struz aus Loburg vertrat seine Kollegin. Sie habe bei der vergangenen Bauberatung einen Insektenstich in den Hals bekommen. Darauf habe sie allergisch reagiert, schilderte er die Verhinderung der Pfarrerin. Der behandelnde Arzt habe der Pfarrerin nicht erlaubt an der Veranstaltung teilzunehmen, bedauerte er.

Wegen der ganze Auseinandersetzungen mit den Landesarchäologen im vergangenen Jahr ist für das Bauen inzwischen die Zeit sehr knapp. Denn die Fördermittel aus dem Leader-Programm gibt es immer nur für einen ganz bestimmten Zeitraum. Zwar wurde die Fördermittelzusage verlängert. Dennoch muss der Neubau bis Ende September fertiggestellt sein. Die Kirchengemeinde Walternienburg hat dann wieder einen echten Treffpunkt, in dem nicht nur Gottesdienste, sondern auch viele andere Veranstaltungen durchgeführt werden können. Etablieren soll sich die Arche ferner zu einem Anlaufpunkt für Radfahrer. Sie sollen hier ihre Seele wieder auftanken können, meinte Ute Mertens in der Andacht.