Eichholz l Nachdem Ende Oktober Richtfest gefeiert wurde, ist inzwischen die Decke drin im Innern der Eichholzer Kirche. Auch einen ersten weißen Anstrich hat sie schon bekommen. Derweil ruhen die Dachdeckerarbeiten, aber drinnen können die Männer vom Baubetrieb André Weferling weiter machen. Ist die Rüstung im Kirchenschiff abgebaut, stehen Putzarbeiten ringsum an.

Putz muss ab

Relativ viel Altputz müsse herunter genommen werden, erklärte Bauingenieur Steffen Götz, der das Projekt betreut. Es gibt viele hohle Stellen, und es nütze nichts, wenn nach kurzer Zeit alles wieder herunter fällt. Dass der Putz rau gehalten werden soll, wie die Schattenfuge zu gestalten ist, und auch Details im Außenbereich, es gab es bei der jüngsten Bauberatung einiges zu besprechen. Die Gestaltung des Sturzes wurde diskutiert, ebenso die Frage nach der Regenwasserableitung. Fallrohr oder Wasserspeier standen zur Debatte. Die Entscheidung fiel für zwei Wasserspeicher vom Apsisdach.

„Man sieht die Kirche jetzt in ihrer neuen Proportion“, freute sich Dr. Holger Brülls von der Denkmalpflege über den Baufortschritt. Mit der Apsis sei eine schöne Lösung gefunden worden. Die Verkleidung wird noch einmal eine Herausforderung für die Maurer sein. Die wird zwar neu und soll sich vom alten Feldsteinmauerwerk unterscheiden, muss aber trotzdem irgendwie dazu passen.

Bilder

„Die Fenster werden dann den Aha-Effekt bringen“, prophezeite Dr. Brülls. Diese sollten jetzt schon in der direkten Fertigung sein, meinte Pfarrer Albrecht Lindemann. Die Rahmen, die in Zerbst gefertigt wurden, sind zur Pulverbeschichtung verschickt.

Einrichtung der Kirche

Je weiter die Sanierung fortgeschritten, desto mehr reifen die Gedanken, wie die Kirche wieder eingerichtet werden soll. Fest steht, dass die Bestuhlung mittig angeordnet wird. Auf Lampen von oben wollte Albrecht Lindemann eigentlich verzichten, „damit die klare Deckenfläche nicht unterbrochen wird“. Dr. Brülls dagegen könnte sich Pendelleuchten in Verlängerung der Apsiswände vorstellen, „um eine Axialität herzustellen“. Auch der Taufstein sollte mit den gegenüberliegenden Türen oder Fenstern eine Achse bilden. Umstritten ist auch die Frage nach der Orgel. Die alte sollte eigentlich an der Rückwand aufgestellt werden. „Viel zu klobig“, meinte Dr. Brülls.

Da diese musikalisch auch keinen Wert hat, sollte man sich mit etwas kleinerem behelfen. Das „Ungetüm“ würde die geschaffene Raumklarheit nur kaputt machen und die Optik entwerten. Warum nicht die kleine Orgel aus dem Gemeinderaum nutzen?, schaute sich der Denkmalpfleger das Instrument auch gleich an und befand, das nichts dagegen spreche. Den Vorschlag wollte Albrecht Lindemann noch einmal in die Runde beim Gemeindekirchenrat werfen.