Eichholz l „Die Feierstunde hat geschlagen, es ruhet die geübte Hand. Nach harten, arbeitsreichen Tagen grüßt stolz der Richtbaum nun ins Land...“ André Weferling von der bauausführenden Firma verlas den Richtspruch. Maren Gabriel, die Vorsitzende des örtlichen Gemeindekirchenrates übernahm es seitens des Bauherren, den letzten Nagel ins Gebälk zu schlagen. Richtfest wurde gestern an der Eichholzer Kirche gefeiert. Zahlreiche Einwohner der Ortschaft, Vertreter des Ortschaftsrates, Vertreter aus Stadt und Land sowie die beteiligten Bauleute kamen zusammen.

Raumhohe Glaskunstfenster

Der Dachstuhl ist drauf, die Folie inzwischen auch, mit dem Eindecken des Daches kann begonnen werden. „Der zweite Bauabschnitt der Kirchensanierung soll im Dezember abgeschlossen werden“, ließ Pfarrer Albrecht Lindemann wissen. Dazu gehört auch der Einbau der raumhohen Glaskunstfenster nach Entwürfen von Johannes Schreiter. Diese seien in Arbeit, so Lindemann.

Etwas in Zeitverzug war man mit dem Dachstuhl geraten. Das hatte seine Gründe. Beim Abriss des alten Dachstuhles war eine noch ältere Dachkonstruktion zum Vorschein gekommen. Dem einfachen Abriss wurde Einhalt geboten. Es wurde vorsichtig rückgebaut. Insgesamt zehn Gebinde aus dem Jahre 1212 waren zu 85 Prozent erhalten. Aufgearbeitet bleiben einige davon nun weiter für die Nachwelt erhalten.

Das Besondere am Dachwerk der Eichholzer Kirche: Es gehört nicht nur zu den ältesten, sicher datierten mittelalterlichen Dachwerken Sachsen-Anhalts, sondern auf Grund des hohen Erhaltungsrades zu den bedeutendsten. Eine Verbindung aus Alt und Neu wurde nun geschaffen. In einer sogenannten „Studiobinderkonstruktion“ sind die erhaltenen und aufgearbeiteten Gebinde des mittelalterlichen Dachwerkes integriert. Das Land hat die Zusatzkosten für die Integration der historischen Dachstuhlbestandteile übernommen. Mehr als 60.000 Euro gab es als Nachtrag zu den bereits gewährten Fördermitteln.

Viel Unterstützung

Insgesamt hat das Land sich mit rund 130.000 Euro in das Projekt eingebracht. Unterstützung gab es von Lotto-Toto, dem Landkreis, der Landeskirche, der Stiftung KiBa und vielen Einzelspendern, die mit Aktionen und Veranstaltungen der Kirchengemeinde auf das Vorhaben aufmerksam gemacht wurden. Die Ortschaft hat 20.000 Euro aus ihren Rücklagen beigesteuert.

„Ich freue mich, dass es hier ein ganzes Stück weiter geht“, sagte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. Die vielen Aktivitäten vor Ort beschreiben deutlich, welchen Stellenwert das Projekt hat, sagte er, „hier kommt Gemeinschaft zum Ausdruck.“

Im nächsten Jahr soll der dritte Bauabschnitt erfolgen. „Ich hoffe, dass wir Mitte 2019 Altarweihe feiern können“, so Albrecht Lindemann, der nicht nur an die Bauleute einen besonderen Dank richtete, sondern auch an Steffen und Bianca Götz vom Planungsbüro.