Eichholz l In der Eichholzer Kirche ist nichts mehr wie es war. Seit Ende November ist hier Baustelle, eine Winterbaustelle, alles passiert im Innern des Gotteshauses, wo jetzt ein Miniradlader fährt, wo vorher die Kirchenbänke standen.

Zehn Kubikmeter Beton

In Richtung Altarraum ist der Fußboden aufgebrochen. Die Männer vom bauausführenden Baubetrieb Andrè Weferling haben ausgeschachtet. Per Hand. Feldsteine beachtlicher Größe wurden herausgeholt. In die Ausschachtungen, entsprechende Bewehrung wurde eingebracht, wurde gestern der Beton gegossen für das Fundament des neuen Kirchenabschlusses. Zirka 10 Kubikmeter waren nötig.

Das Halbrund der neuen Apsis ist deutlich erkennbar. Auf dem Fundament wird dann hoch gemauert. Entsprechend gewaltig muss das Fundament an den Ecken sein, um später den Ringanker zu halten. In den schmalen Seiten, die an das alte Mauerwerk angeschlossen werden, sind später die neuen Kirchenfenster als Lichtsäulen vorgesehen.

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Vor Weihnachten waren die Archäologen auf der Baustelle, denn die Männer von André Weferling hatten bei ihren Arbeiten zwei alte Grabgewölbe gefunden. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie war vor Ort, um alles zu dokumentieren. Auch die Fundamente des alten Ostabschlusses wurden nachvollziehbar gefunden.

Anders als man gedacht hat, muss es einen vorgesetzten Altarraum gegeben haben, erklärte Pfarrer Albrecht Lindemann. Der dürfte nicht wesentlich kürzer gewesen sein als jetzt. Auch die drei Feldsteinlagen vom alten Fußboden wurden bei den Arbeiten sichtbar.

Erfahrung mit historischen Gebäuden

Eine Woche Unterbrechung hat die Archäologie gekostet, aber die Baumaßnahme liegt gut im Zeitplan. Der Pfarrer ist zufrieden, und auch die Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Götz und der Baufirma klappt hervorragend. Im Frühjahr soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Die Querwände werden eingezogen, die Apsis wird auf Zielhöhe hoch gemauert, und der Anschluss an die Außenwände wird hergestellt. Die Männer des Walternienburger Baubetriebes haben Erfahrungen mit historischen Gebäuden.

André Weferling ist froh Udo Ritter im Team zu haben, der noch traditionelle handwerkliche Fertigkeiten beherrscht. Bei solchen Objekten ist das notwendig. „Auch Rundmauern kann nicht jeder“, so André Weferling, für den Kirchen und andere alte Gemäuer immer wieder eine schöne Herausforderung sind. „Ich ziehe den Hut vor den Leuten damals“, sagt er. Da wurde ohne Technik gebaut, Steine geschleppt…

Allerdings kam im Zuge der Sanierungsmaßnahme zum Vorschein, dass die Nordseite des Kirchenschiffs 90 Zentimeter kürzer ist. Was auf der Zeichnung als rechtwinklig dargestellt wurde, ist es in der Realität nicht. Der Versatz soll natürlich behoben werden.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 50 000 Euro. Von außen wird es zunächst keine Veränderung an dem romanischen Feldsteinbau geben. Erst im zweiten umfangreicheren Bauabschnitt, der sich im Herbst anschließen soll, geht es an die Substanz. Da kommt dann das Dach der Kirche runter, ein neuer Ringanker wird eingezogen und das Dach komplett erneuert.

Ziemlich zum Schluss kommt es dann erst zum Abriss des aus dem 19. Jahrhundert stammenden Anbaus. Der zweite Bauabschnitt wird weitere 200 000 Euro kosten.