Zernitz l Einsturzgefahr – vor dem Betreten des Geländes rund um den Turm der Zernitzer Kirche wird gewarnt. Die Kirche ist nicht begehbar. Der Zustand hält schon eine Weile an. Nun soll es für den Zernitzer Kirchturm eine „Notabstützung" geben, die demnächst eine Firma durchführen wird. Danach wird die Kirche wieder begehbar und also auch zu nutzen sein“, kündigte Pfarrerin Salome Quos an.

Die Kosten für die Notabstützung sollen sich auf 2630 Euro belaufen. Doch es wird hier nicht umsonst von einer „Notabstützung“ gesprochen. Ein umfangreichere Instandsetzung der Kirche ist dringend notwendig. Längerfristig ist eine Sanierung des Turmes und des Kirchdaches vorgesehen. Für den Turm werden dafür Kosten in Höhe von 98 000 Euro geschätzt, für das Kichendach etwa 38 000 Euro. Die Sanierung soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. „Bisher hat unsere Kirchengemeinde schon 21 852 Euro ausgegeben“, informierte Salome Quos. Die waren an das Architekturbüro – das Projekt wird von DS Architects in Kötehn betreut – zu zahlen, für ein Statiker-Gutachten, für ein Holzschutzgutachten. Außerdem mussten dringend notwendige Baumfällarbeiten durchgeführt werden, um Baufreiheit zu schaffen. Die Landeskirche hat bisher 8500 Euro für die Baumaßnahme zur Verfügung gestellt.

Feldsteinbau Anfang des 15. Jahrhunderts

Die kleine Petrikirche von Zernitz besteht aus einem einfachen Rechtecksaal aus sehr unregelmäßigem Feldsteinmauerwerk. Entstanden ist sie erst Anfang des 15. Jahrhundert. Der Fachwerkdachreiter und die Apsis stammen von einem weit reichenden Umbau im Jahr 1890, ebenso der neue Eingang im Westen, die Fensterrahmungen und die Traufkante. Auch die Innenausstattung wurde 1890 im Stil des Historismus neu geschaffen. Bei der jüngsten Renovierung 2001 wurden die Bänke durch Stühle ersetzt, der Taufstein und die Kanzel umgestellt, wobei im Boden noch der alte Standort zu erkennen ist. Die beiden Bronzeglocken der Kirche wurden 1464 und 1519 gegossen.

Zuletzt war die Kirche auch Thema im Zernitzer Ortschaftsrat. Sie wird nämlich für Trauerfeiern gebraucht. Die kommunalen Trauerhallen werden vielerorts zurückgebaut, es sei denn, die Ortschaften oder Kirchengemeinden haben einen anderen Verwendungszweck dafür, was aber in Zernitz nicht der Fall war.

Inzwischen haben sich die Kirchen soweit geöffnet, dass auch Nichtkirchenmitglieder die Kirche für Trauerfeiern nutzen können. Aber nicht immer kommt als Ausweichmöglichkeit für die Zernitzer die Strinumer Kirche in Frage.

Tierischer Besuch in Kirche

In der Zernitzer Kirche hat es übrigens auch schon öfter tierischen Besuch gegeben. Hier starteten Pilgerwanderungen mit den Alpakas vom Zernitzer Alpakahof Zwei Eichen. Pippo durfte direkt in die Kirche mit hinein.