Zerbst l Nach achtmonatiger Bauzeit wurde Ende Oktober 2016 der neu gestaltete Zerbster Bahnhofsvorplatz seiner Bestimmung übergeben. Den Pendlern und Reisenden stehen seither 53 Parkplätze zur Verfügung. Eine Fläche für drei neue Bushaltestellen wurde ebenso angelegt wie eine Fläche für Taxis. Letztere ist nun zum Stein des Anstoßes geworden.

„Hinter den Bushaltestellen wurden auf der rechten Seite sieben Parkplätze längs zur Straße angelegt“, schreibt Axel Becker aus Bone der Volksstimme. Am ersten dieser Parkplätze steht ein Schild, das diesen als Taxistand ausweist. Die folgenden Plätze würden – da es inzwischen oft sehr voll auf den anderen Parkplätzen ist – von Pendlern genutzt. „Am 5. Dezember haben die dort Parkenden nunmehr ein Knöllchen des Ordnungsamtes erhalten – weil sie vermeintlich am Taxistand parken“, heißt es in der E-Mail. Der erstaunte Beobachter frage sich nun, wozu es am Zerbster Bahnhof wohl sieben (!) Taxiparkplätze gibt. „Ich fahre seit vielen Jahren mit dem Zug, und die Tage, an denen dort mal ein Taxi stand, lassen sich fast an den Fingern einer Hand abzählen“, ärgert sich Axel Becker. Im Übrigen sei an der Beschilderung nicht zu erkennen, dass es sich um sieben Taxistellplätze handeln soll, so Becker.

Ein Blick in die StVO

In der Anlage 2 zur Straßenverkehrsordnung (StVO) steht zum Zeichen 229 die Beschreibung wie folgt: „Die Länge des Taxenstandes wird durch die Angabe der Zahl der vorgesehenen Taxen oder das am Anfang der Strecke aufgestellte Zeichen mit einem zur Fahrbahn weisenden waagerechten weißen Pfeil und durch ein am Ende aufgestelltes Zeichen mit einem solchen von der Fahrbahn wegweisenden Pfeil oder durch eine Grenzmarkierung für Halt- und Parkverbote (Zeichen 299) gekennzeichnet.“

„Das Tiefbauamt prüft derzeit wie es im Zuge der Bauarbeiten zu der Beschilderung gekommen ist“, erklärt Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella auf Nachfrage. Die Beschilderung könne aber nicht einfach geändert werden. „Es ist erstmal eine verkehrsrechtliche Anordnung, wir prüfen aber innerhalb der Verwaltung die Pläne und Vorgänge“, sagt Gudella. Auch die Widersprüche gegen die Parkknöllchen würden geprüft.