Niederlepter feiern mit ihren Gästen 10. Kinder- und Straßenfest

Komplexe Feuerwehr-Olympiade bereichert gelungenes Jubiläum

Von Daniela Apel

Seine zehnte Auflage erlebte am Sonnabend das Kinder- und Straßenfest in Niederlepte. Anlässlich des Jubiläums organisierte die Ortsfeuerwehr eine Feuerwehr-Olympiade. Darüber hinaus gab es neben dem traditionellen Fußballturnier eine Vorführung des Hunde-sportvereins Pulspforde sowie reichlich Spiel und Spaß für den Nachwuchs und alle Junggebliebenen.

Niederlepte. Mit den fast tropischen Temperaturen meinte es Petrus fast zu gut mit den Niederleptern und ihren Gästen. Bei strahlendem Sonnenschein feierten sie das nunmehr zehnte Kinder- und Straßenfest. "So schönes Wetter hatten wir nicht immer", blickt Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe zurück. Noch gut erinnert sie sich, wie das Veranstaltungsgelände mal völlig unter Wasser stand. Einzig die Freizeitkicker schreckte das nicht ab. Unbeeindruckt vom Regen setzten sie damals ihr Fußballturnier fort, das seit jeher Bestandteil des geselligen Beisammenseins ist.

Dessen Ursprung hat Sylvia Rothe rasch erklärt. "Dorffest, Maibaumsetzen – alles fand in Nutha statt, in Niederlepte gab es nichts." Aus der Tatsache heraus entstand die Idee für ein eigenes Fest. Beim Blick in den Kalender bot sich ein Sonnabend nach dem Kindertag an, als Areal der Spielplatz samt der Straße davor. Damit war gleichzeitig der Name geboren: Kinder- und Straßenfest. "Wir haben gehofft, dass es sich zu einer schönen Tradition entwickelt", freut sich die Ortsbürgermeisterin, dass ihnen das dank emsiger Frauen und Männer gelungen ist. "Die Leute sind bereit anzupacken. Jeder hilft mit, wie er kann", beschreibt sie das freiwillige Engagement. Viele bringen sich ein für die vom Heimat- und Schützenverein in Zusammenarbeit mit der Ortschaft organisierte Veranstaltung. So erwartet die Besucher immer mal was anderes – erst recht natürlich bei der Jubiläumsausgabe.

Nachwuchs flitzt in Riesenstiefeln umher

Da wurde neben dem traditionellen Würfeln zum Sieben-Meilen-Stiefel-Rennen gebeten, woran vor allem der Nachwuchs sichtlich Spaß hatte. Neu war auch das mit wenig Aufwand angefertigte Jamaika-Spiel, bei dem leichte Tischtennisbälle mit etwas Geschick in schräg stehende Eierpappen geworfen werden mussten und zwar so, dass sie in den mit verschiedenen Länderflaggen bemalten Behältnissen liegen blieben. Natürlich durfte eine Hüpfburg nicht fehlen, über welche die Kinder mit ihren fantasievoll geschminkten Gesichtern tollten. Gern kurvten sie auch mit den Tretautos umher oder ließen sich von Edgar Skuppin in seinem selbst gebauten Gefährt durchs Dorf chauffieren.

<6>Anlässlich des runden Jubiläums führte zudem die Ortsfeuerwehr Nutha/Niederlepte eine Feuerwehr-Olympiade durch. Brandschützer aus Walternienburg, Moritz, Güterglück und Deetz nahmen die unbekannte Herausforderung an. Jeweils vier Kameraden bildeten ein Team, wobei die Gastgeber mit zwei Mannschaften in den Wettbewerb gingen. Neben ihrer Männertruppe stellten sie ebenfalls die einzige Frauenmannschaft.

Sobald die Startfolge ausgewürfelt war, wurde es ernst für die Teilnehmer. In dem komplexen Parcours kamen verschiedene Aufgaben auf die Blauröcke zu, bei denen sie ihre Fertigkeiten genauso beweisen mussten wie Teamgeist. "Ziel ist es, dass sich die Mannschaften Gedanken machen und zusammen funktionieren", bemerkt Ortswehrleiter Thomas Mücke, der sich das Ganze ausgedacht hatte.

Einem Einsatz gleich, bei dem auch nicht genau klar ist, was auf sie zukommt, stürzten sich die Kameraden in den Wettstreit. Dabei mussten sie nicht nur Schläuche durch aufgestellte Pylone hindurch ausrollen. Mit vereinten Kräften galt es ebenfalls, eine Pumpe durch eine Slalomstrecke zu transportieren, Schutzkorb und Saugschläuche nachzuholen, alles zusammen zu kuppeln und einzubinden.

Freizeitkicker kämpfen um Tore

Dabei kam es stets auf die korrekte Ausführung an, denn für einen Fehler gab es zwei Strafsekunden. Beim Leinenbeutelwerfen wiederum konnte – richtig gezielt – Zeit zurückgewonnen werden. Eine notwendige Verschnaufpause bot sich mit dem Festbinden und Hinaufbefördern von Ausrüstungsgegenständen, ehe das Nuthaer Löschfahrzeug über eine gewisse Distanz zu ziehen war. Als schließlich die Kübelspritze mit dem Wasser aus dem stets mitzunehmenden Eimer gefüllt und die drei Flaschen umgespritzt waren, stoppte die Uhr.

Den Sieg heimsten die Gastgeber mit 5:10 Minuten ein vor den Güterglückern (5:37 Minuten) und Deetzern (6:09 Minuten). Auch das Frauenquartett schlug sich mit 6:03 Minuten sehr gut.

Sportlichen Ehrgeiz bewiesen ebenfalls die Hobbykicker aus der Umgebung beim Fußballturnier, obwohl das Teilnehmerfeld dieses Jahr erstaunlich klein ausfiel. Nur drei Mannschaften kämpften um Tore. Am Ende siegte Niederlepte 06 vor den Jungstars und den Freestyle Kickers.

Für weitere Abwechslung im Programm sorgten erstmals die Mitglieder der Ortsgruppe Pulspforde des Schäferhundvereins Sachsen-Anhalt mit einer Vorführung. "Es ist schön, dass sie sich einbringen", erzählt Sylvia Rothe, wie der Kontakt zu ihnen über Mariette Klüdtke aus Niederlepte entstand. So nahm das zehnte Kinder- und Straßenfest seinen gelungenen Verlauf.