Zerbst/Puschkin l Noch bis zum 28. September ist im Zerbster Schloss die deutsch-russische Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ zu sehen. Sie entstand in enger Zusammenarbeit des Fördervereins Schloss Zerbst mit dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in Puschkin, der Zerbster Partnerstadt – inzwischen eine Freundschaft, die 2019 ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

Im November 2018 waren der Schlossvereinsvorsitzende Dirk Herrmann und Vereinsmitglied Annegret Mainzer nach Puschkingereist, um mit Olga Taratynova, der Direktorin des Museumsreservats, die entsprechenden Verträge für die Ausstellung zu unterzeichnen. Während der Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ am 1. Juni im Zerbster Schloss betonte Vereinsvorsitzender Dirk Herrmann, dass die Vereinsmitglieder stolz darauf seien, mit einer musealen Einrichtung zusammenarbeiten zu dürfen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zähle.

Zerbster zu Gast in Puschkin

Über diese museale Einrichtung, dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in Puschkin, war vor Kurzem in den russischsprachigen Medien zu erfahren, dass es zu den 15 meist besuchten Museen in der Welt gehört. Angeführt wird die Liste von der Verbotenen Stadt in Peking mit 17 Millionen Besuchern im Jahr, gefolgt von der Schloss- und Parkanlage Versaille mit 8,1 Millionen Besuchern jährlich und dem Lincoln Memorial in Washington mit 7,8 Millionen Besuchern.

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2018 registrierte das Staatliche Museumsreservat “Zarskoje Selo“ 3,9 Millionen Besucher, das waren 100.000 Besucher mehr als im Jahr zuvor. „Natürlich entstehen aufgrund der kontinuierlich steigenden Besucherzahlen auch Probleme“, sagt Direktorin Taratynova im Gespräch mit den Zerbster Gästen. Man reagiere darauf mit verlängerten Öffnungszeiten, vor allem im Sommer, wenn die Kreuzfahrtschiffe in St. Petersburg anlegen, berichtet sie.

Großes Interesse am Katharinenpark

Natürlich ist der Katharinenpalast mit dem legendären Bernsteinzimmer das von den Touristen meist besuchte Objekt des Museumsreservats. Sehr großes Interesse zeigen die Touristen auch am Katharinenpark, an den kürzlich wieder hergestellten Achatzimmern sowie am Pavillon „Eremitage“ mit seinen versenkbaren Esstischen.

Fast jedes Jahr wird den Besuchern in Zarskoje Selo etwas Neues, etwas auf hohem Niveau Restauriertes geboten. So konnte in diesem Jahr, 74 Jahre nach der Zerstörung des Palastes im Zweiten Weltkrieg, den Besuchern die komplette, seinerzeit vom Architekten Rastrelli entworfene goldene Gala-Zimmerflucht präsentiert werden, „eine in die Unendlichkeit gehende grandiose Enfilade“, wie es in der Palastbroschüre heißt. Diese nun vollständige Enfilade sei das Alpha und Omega im Katharinenpalast, so die einhellige Meinung der Palastmitarbeiter.

Eindrucksvolle Einblicke

Der diesjährige Höhepunkt war für die Mitarbeitercrew um Direktorin Olga Taratynova zweifelsohne die Präsentation der wieder hergerichteten Palastkirche, an deren Restaurierung 350 Spezialisten wie unter anderem Vergolder, Stuckateure, Schnitzer oder Maler beteiligt waren. Die Palastkirche, 1756 im Beisein von Zarin Elisabeth Petrowna geweiht, ist nun wieder für Besucher zugänglich.

Im Jahr 2016 und im November 2018 hatten Dirk Herrmann und Annegret Mainzer jeweils die Chance, den Restauratoren der Palastkirche hautnah über die Schultern zu schauen. „Das ist nicht nur ein einzigartiges Erlebnis gewesen, sondern auch Motivation im Zerbster Schloss trotz aller auftretenden Probleme weiter zu machen“, betont Dirk Herrmann.

Fünf Millionen Touristen

In die Liste der 15 meist besuchten Museen der Welt schaffte es auch eine zweite Schloss- und Parkanlage Russlands – Peterhof, nur wenige Kilometer von Puschkin entfernt. Peterhof mit seinen zahlreichen Wasserkaskaden und verspielten und manchmal nicht auf den ersten Blick sichtbaren Wasserspielen wird jährlich von fünf Millionen Touristen besucht.

Der Förderverein Schloss Zerbst hat im Zusammenhang mit dem eingangs erwähnten Ranking Glückwünsche – verbunden mit dem Wunsch auf eine weitere gute Zusammenarbeit – an Olga Taratynova, Direktorin des Museumsreservats in Zarskoje Selo übermittelt“, sagt der Vorsitzende des Zerbster Schlossvereins, Dirk Herrmann.