Zerbst l Die Corona-Pandemie und die dazu gehörigen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen haben auch auf den öffentlichen Personennahverkehr starke Auswirkungen. Der Fahrplan musste umgestellt, Sonderlinien für den Schulbetrieb eingeführt und Mund-Nase-Schutz zur Pflicht gemacht werden.

Alles das führte zu einem hohen Rückgang bei den Fahrgastzahlen, wie Fabian Watzke, kaufmännischer Leiter bei Vetter, bestätigt. „Im April waren Fahrgastverluste von bis zu 90 Prozent zu verzeichnen. Mit der Wiederaufnahme des regulären Fahrplan-Angebotes und der schrittweisen Lockerung der Einschränkungen wurden die Fahrgastverluste kontinuierlich geringer“, sagt Watzke. Aktuell liege der Fahrgastrückgang noch bei zirka 25 bis 30 Prozent.

Starke Auswirkungen

Das wirke sich auch auf die Einnahmen des Unternehmens aus, teilt Watzke auf Volksstimme-Anfrage mit. „In Folge der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden allgemeinen Einschränkungen gab es bisher sechsstellige Einnahmeverluste“, so der kaufmännische Leiter der Verkehrsbetriebe Vetter. Hinzu kämen zusätzliche Ausgaben für die Umsetzung von Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.

Durch die Anpassung und Reduzierung des Fahrplan-Angebotes, zum Beispiel durch die Umstellung auf den Ferienfahrplan, hätten einige Einbußen kompensiert werden können, so Fabian Watzke. Da die Verkehrsbetriebe Vetter Anfang Mai wieder auf den Regelbetrieb umgestellt haben, seien keine Kompensationsmöglichkeiten mehr vorhanden.

Dennoch teilt das Unternehmen mit, dass in diesem Jahr auf eine Tariferhöhung, wie sie in der Regel jedes Jahr durchgeführt wird, verzichtet wird. „Unter anderem wollen wir dadurch den Effekt der Mehrwertsteuersenkung an unsere Kunden weitergeben“, erklärt Fabian Watzke die Entscheidung des Unternehmens. Ob es zum Jahreswechsel oder im nächsten Jahr eine Anpassung der Fahrpreise geben wird, könne er bislang noch nicht sagen. Das sei unter anderem auch von der weiteren Entwicklung der Fahrgastzahl abhängig.

Regulärer Schulbusverkehr

Besonders im Schulbusverkehr hatte es in diesem Jahr einige Anpassungen bei den Verkehrsbetrieben aufgrund der Schulschließungen geben müssen (Volksstimme berichtete). Seit dem 4. Mai ver- kehren die Schulbusse im gesamten Landkreis aber wieder regulär ohne Einschränkungen. Nach aktuellem Stand solle dies auch im neuen Schuljahr so beibehalten werden, wie Fabian Watzke mitteilt. Mögliche Anpassungen des Schulbusverkehrs wären normal und würden rechtzeitig kommuniziert. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes bleibe bis auf Weiteres bestehen.

Desweiteren bestehe für die Schüler der ersten bis zehnten Klassen sowie die neuen Erstklässler die Möglichkeit, die Buslinien auch außerhalb der Schulzeiten kostenlos zu nutzen. Mit der Schüler-RegioCard, die 2020 eingeführt wurde, sei dies nicht nur in der Schulzeit, sondern auch in den Ferien möglich, wie das Unternehmen Vetter GmbH mitteilt. „In einer Zeit, in der augenscheinlich mehr Menschen ihren Urlaub in der Heimat verbringen werden, ist die kostenlose Nutzung des Busangebotes durch die Abc-Schützen unser kleiner Beitrag für schöne Ferien“, sagt Fabian Watzke. Die Schüler sollen dadurch interessante Orte im Landkreis entdecken.

Das Angebot gelte für den gesamten Ferienzeitraum. Ein Ticketnachweis sei nicht notwendig. Kinder bis zum 8. Geburtstag können ohne Fahrschein Bus fahren, wie Watzke erklärt.