Kämeritz l Zwischen Walternienburg und Hohenlepte liegt Kämeritz. Hier arbeitet Detlef Leps täglich mit dem Material, aus dem Gott einst den Menschen geschaffen hat. Ton ist den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Wann immer Archäologen den Pinsel ansetzen und im Boden Spuren längst untergegangener Zivilisationen suchen, stoßen sie auf Keramik. Wer damals entdeckte, dass sich die Materialeigenschaft nachhaltig verändert, wenn der Ton einer größeren Hitze ausgesetzt wird, ist nicht überliefert. Doch verbreitete sich das Wissen um die Eigenschaften des Erdmaterials über die ganze Erde.

Im feuchten Zustand lässt es sich wunderbar formen und gestalten, sagt Detlef Leps. Der Töpfer kennt das Material wie kaum ein anderer. Täglich beschäftigt er sich mit dem Ton.

Material nicht homogen

Nur unweit seiner Werkstatt gibt es ein Tonvorkommen. „Das habe ich mal probiert“, sagt er. Doch das Material eigene sich nicht, fährt er fort. Bei den Probestücken sei nur etwa die Hälfte gelungen. Nicht wenige Stücke hatten sich beim ersten Brand verformt. Das sei ein Zeichen dafür, dass das Material nicht homogen sei, erklärt er. Änderungen in der chemischen Zusammensetzung bewirken die unterschiedlichen Ergebnisse.

Bilder

Seinen Rohstoff bezieht er auch Thüringen. Ab und zu hole er sich eine Tonne des Rohmaterials dort mit dem Auto ab, schildert er. In seiner Werkstatt entstehen dann die verschiedensten Dinge aus dem Material.

Dabei, erzählt er, sei nicht jeder Tag gleich. Auch ihm gelinge nicht immer alles sofort. Volle Konzentration sei notwendig, wenn er beispielsweise ein großes Gefäß auf der Töpferscheibe habe.

Geschmeidigkeit durch Wasser

Zum Tag der offenen Türe können die Besucher an der Töpferscheibe ausprobieren, wie sich der sich drehende Ton formen lässt. Piotr und Nina, zwei Kinder, sind von dem Angebot sofort begeistert und ziehen sich die Schürze über.

Damit das Material geschmeidig bleibt, träufelt Detlef Leps immer wieder Wasser über das kleine Tonstück. Mit dem Pedal bestimmen die Kinder, wie schnell sich die Töpferscheibe drehen soll. Geschickt stellen sich die Kinder dabei an.

Von Zeit zu Zeit gibt Detlef Leps auch Kurs für interessierte Besucher. Dafür hat er noch einige Töpferscheiben in seiner Werkstatt. Das Material begeistert die Menschen nach wie vor, weiß Leps. Nur manchmal erkenne ein Teilnehmer sein Stück nach dem ersten Brand nicht mehr wieder, beschreibt er. Denn zwölf Prozent der Masse gehen dabei in der Hitze verloren. Dabei schrumpfen die Stücke. Wenn der Name nicht eingeritzt wäre, würden manche ihr Stück kaum wiedererkennen, hat er schon beobachtet.

Unverwechselbar

Erst nach dem Brand folgt die eigentliche Farbgebung. Die Glasur bestimmt anschließend das Aussehen der Stücke. Hier hat Detlef Leps eine ganz besondere Fertigkeit entwickelt. Unverwechselbar ist seine Glasur. Mit einer speziellen Technik bringt er dabei das Material auf und sorgt so dafür, dass die Endprodukte später ihr unverwechselbares Aussehen erhalten.