Zerbst l Die Sozialdemokraten in Anhalt-Bitterfeld haben am Sonnabend auf einem außerordentlichen Parteitag ihre Kandidaten für die einzelnen Wahlbereiche zur Kreistagswahl gewählt. Für die Kreistagswahl am 26. Mai 2019 hat der Kreistag den Landkreis in sechs Wahlbereiche unterteilt. In allen sechs Wahlbereichen treten die Sozialdemokraten mit mehreren Bewerbern an. Insgesamt treten 40 Frauen und Männer auf den Listen der Partei an. Die Stadt Zerbst bildet dabei einen eigenen Wahlbereich. Hier wird der Zerbster Bürgermeister und Fraktionschef im Kreistag, Andreas Dittmann, wieder antreten.

Acht Sitze

Er führte die Fraktion mit den Grünen an. Die Sozialdemokraten konnten acht Sitze im Kreistag in der auslaufenden Legislaturperiode besetzen. Diese Zahl wolle die Partei verteidigen oder noch ausbauen, sagte der Kreisvorsitzende Ronald Mormann. Innerhalb des Kreistages war die Fraktion SPD/Grüne nur auf dem dritten Platz, was die Größe angeht. Die ist aber entscheidend, wenn es um die Besetzung von Funktionen innerhalb der Ausschüsse des Kreistages geht, machte Andreas Dittmann in seiner Rede deutlich. Als Erfolg verbuchte er, dass die Fraktion die Mitarbeit in den um sich greifenden Arbeitsgruppen verweigerte. Das habe dazu geführt, dass in den Ausschüssen mehr Sacharbeit erfolgte.

Um die Arbeit besser zu koordinieren, hat die Fraktion die Fraktionsgeschäftsführungskosten eingesetzt, um einen Assistenten zu beschäftigen. Das habe wesentlich dazu beigetragen, die Ausschusssitzungen personell abzusichern. „Zudem hat es praktisch niemanden interessiert, dass wir dahin die einzige Fraktion waren, die jedes Jahr mehrere Tausend Euro an Fraktionsmittel an die Kreiskasse zurück überwiesen hat“, sagte er weiter. Der emsigen Fraktionsarbeit schreibt er ebenfalls zu, dass es im Kreistag wieder zu einer Prioritätenfeststellung für Straßenbaumaßnahmen gekommen war. Im Ringen um eine angemessene Kreisumlage sei ein „faires Ergebnis“ herausgekommen, betonte er.

54 Mitglieder

Deutliche Reduzierungen der Umlage wären besser für die Kommunen gewesen, aber hätten sich zur Gefahr für den Kreishaushalt entwickeln können. „Zu den unschönen Aspekten der Kreistagsarbeit gehört die Tonlage, die durch NPD und AfD in den Kreistag gebracht werden“, sagte er weiter. „Völkische Parolen, die teilweise unerträglich sind, sind dabei die Tiefpunkte der Arbeit im Kreistag.“ In der nächsten Legislaturperiode müsse die Fraktion darauf umgehend reagieren und kontern, forderte er. Kreisvorsitzender Ronald Murmann hofft, dass sich die Bürgermeisterwahl in Zerbst für seine Partei auszahlt. Für die im Vergleich zu anderen Städten relativ bevölkerungsarme Stadt Zerbst sitzen zwei Kreistagsmitglieder der Sozialdemokraten im Kreistag. In den dichter besiedelten Städten und Gemeinden sei das Ergebnis in der Vergangenheit nicht so gut gewesen, räumte er ein. Insgesamt wählen die Bürger des Landkreises 54 Bürger in den nächsten Kreistag. Wahlberechtigt sind alle Bürger ab dem 16. Lebensjahr.

Für den Bereich Zerbst treten für die SPD an: Andreas Dittmann, Silke Schmidt, Holger Hövelmann, Gernot Rosenauer, Markus Pietruska, Sebastian Siebert, Uwe Krüger und Tobias Böttcher.