Zerbst l Die CDU bleibt stärkste Kraft, auch wenn sie Stimmen abgeben musste. Die AfD legt deutlich zu, während Die Linke erhebliche Verluste einfährt. Das ist das Ergebnis der Kreistagswahl von Anhalt-Bitterfeld, an dem auch die notwendige Nachwahl nichts mehr rüttelte.

Formfehler auf Listen

Denn im Osternienburger Land sowie den Städten Aken und Südliches Anhalt fand der Urnengang erst jetzt am Sonntag (22. September) statt, während die Wähler in den anderen fünf Wahlbereichen – unter anderem in Zerbst – bereits am 26. Mai ihre Kreuze setzten. Grund für die Verschiebung der Wahl jenseits der Elbe war ein Formfehler. Auf den dortigen Kandidatenlisten stand ein AfD-Kandidat, der wegen einer Vorstrafe seine Wählbarkeit verloren hatte.

Nun jedoch steht fest, wie sich der 54 Mitglieder zählende Kreistag zusammensetzt. Die CDU, die bislang mit 18 Frauen und Männern vertreten war, holt mit 14 die meisten Mandate. Von zuletzt 3 auf 10 Sitze verbessert sich die AfD. Unterdessen rutscht Die Linke von 12 auf 7 Sitze ab. Auch die SPD kann nur noch sechs Vertreter stellen, bisher waren die Sozialdemokraten zu acht.

Ein Sitz mehr für Grüne und FDP

Jeweils einen Sitz dazugewonnen haben die Grünen und die FDP, die somit fortan jeweils zu dritt die Politik auf Kreisebene mitbestimmen. Ähnliches trifft auf die Freie Fraktion Zerbst (FFZ) und Pro Wolfen zu, die keine Einzelkämpfer mehr entsenden müssen, sondern zwei Vertreter stellen können.

Überhaupt haben die Wählergemeinschaften achtbaren Zuspruch gefunden. Von den sieben, die um Wählerstimmen warben, ziehen immerhin sechs in den neuen Kreistag ein. Die Freie Wählergemeinschaft Anhalt-Bitterfeld – kurz FWG ABI – erhält sogar vier Sitze. Sie ist neu vertreten genauso wie die Interessengemeinschaft „Bürger für Köthen (Anhalt) & Umgebung“, die ein Mandat errungen hat.

NPD nicht mehr dabei

Nicht mehr mit dabei ist die NPD. Auch die Wählerliste Sport, die gemeinsam mit der Bürgerinitiative Anhalt-Köthen einen Wahlvorschlag bildete, gehört dem Kreistag nicht mehr an. Dieser wird am 17. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen.

Den Einzug in das oberste Gremium des Landkreises haben ebenfalls acht Kommunalpolitiker aus der Einheitsgemeinde Zerbst geschafft und damit zwei mehr als bisher. Eine weitere Legislaturperiode wird es für Kees de Vries (CDU), Bernd Wesenberg (Grüne) und Mario Rudolf (FFZ) sowie Holger Hövelmann und Andreas Dittmann (beide SPD) sein. Zu ihnen gesellt sich zum einen Regina Frens, die das zweite FFZ-Mandat geholt hat. Zudem wird Steffen Dammann die Fraktion der AfD verstärken, während Alfred Schildt einen der Sitze der Linken einnimmt.

Angaben unter Vorbehalt

Allerdings stehen sämtliche Angaben noch unter einem Vorbehalt. Denn das amtliche Endergebnis für die Wahl des Kreistages Anhalt-Bitterfeld wird erst am Donnerstag, 26. September 2019, offiziell festgestellt. Dazu tagt ab 17 Uhr der Kreiswahlausschuss im Beratungsraum V der Landkreisverwaltung Am Flugplatz 1 in Köthen. Die Sitzung ist öffentlich.