Zerbst | Mehrere Jahre fristete das kreiseigene Verwaltungsgebäude am Fischmarkt 2 ein Schattendasein. Nach Auszug des Gesundheitsamtes 2011 verwaisten die Flure des dreigeschossigen Plattenbaus. Auf der Suche nach einer Lösung für die angespannte Hortsituation in der Stadt geriet das Objekt in Zerbst-Nord 2016 wieder in den Fokus.

180 Plätze für die Hortkinder der Grundschule An der Stadtmauer sollten dort entstehen. Doch letztlich zerschlug sich das Projekt, dessen Realisierung sich immer wieder verzögerte, an den zu hohen Kosten. Zuletzt rechnete die Anhalt-Bitterfelder Kreisverwaltung mit einer Umbausumme von 1,56 Millionen Euro – kalkuliert waren 900.000 Euro.

Umzug bereits 2020 geplant

Nun will der Landkreis am Fischmarkt rund 738.000 Euro investieren, um das Gebäude zur Eigennutzung zu reaktivieren. Darüber informierte Landrat Uwe Schulze (CDU) in einem Pressegespräch. Wie er ausführte, soll der Flachbau zentraler Verwaltungssitz werden. „Der Umzug ist im ersten Quartal 2020 geplant“, teilte er mit Blick auf die zwei Zerbster Standorte mit, auf die sich die Ämter bislang verteilen.

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Das betrifft die Kfz-Zulassungsstelle und das Bürgerbüro, die sich derzeit in der Coswiger Straße befinden. Dort ist der Kreis allerdings nur Mieter im Gegensatz zur Fritz-Brandt-Straße 16, wo Veterinäramt, Jugendamt, Sozialamt und Gesundheitsamt untergebracht sind. Daneben verfügen dort Bauordnungsamt, Kämmerei, Rechtsamt, Umweltamt und Schulamt sowie das Amt für Hochbau, Tiefbau und Gebäudemanagement über Außensprechzimmer. Nicht zu vergessen ist das Bürgerbüro der Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke.

Umfangreiche Sanierung nötig

All diese Ämter sollen zukünftig am Fischmarkt ihr neues Domizil haben. Vorab ist das lange leer gestandene Gebäude umfangreich zu sanieren. Die notwendigen Arbeiten sollen demnächst starten. So sind Brandschutzauflagen zu erfüllen, was die Schaffung eines zweiten baulichen Rettungsweges und die Errichtung einer Brandmeldeanlage einschließlich Rauch- und Wärmeabzügen beinhaltet. Darüber hinaus ist das Objekt mit einer Sicherheitsbeleuchtung, einer Einbruchmeldeanlage und einer unterbrechungsfreien Stromversorgung auszustatten. Außerdem sind der Sonnen- und Blendschutz vor den Fenstern und die Anrufanlage zu erneuern. Auch der Aufzug funktioniert nicht mehr. Was aber ein wesentlicher Aspekt ist, damit der Plattenbau behindertengerecht ist.

Wie Uwe Schulze schilderte, entstehen am Fischmarkt etwa 17 Verwaltungsbüros. Damit ist das Gebäude jedoch nicht ausgelastet. „Interessenten können sich noch einmieten“, bemerkte der Landrat hinsichtlich der zur Verfügung stehenden freien Räume im zweiten Obergeschoss.

Arbeitsagentur und Jobcenter unter einem Dach

Im historischen Landrats-amt in der Fritz-Brandt-Straße bleibt das Jobcenter Anhalt-Bitterfeld ansässig. „Wir wollen den Standort erhalten“, betonte Schulze. Vor dem Hintergrund liefen bereits Gespräche mit der Arbeitsagentur, die derzeit auf der Zerbster Wolfsbrücke eine Außenstelle betreibt. „Sie haben angekündigt, mit dem Jobcenter zusammenzuziehen“, berichtete der Landrat. Darüber hinaus wird die Ego-Pilotin des Kreises, die Firmengründer berät, weiterhin im einstigen Landratsamt anzutreffen sein.

Bleibt das Hortproblem. Um dieses zu lösen, sollen die Platzkapazitäten an den jetzigen beiden Standorten „An der Stadtmauer“ und „Zerbster Strolche“ ausgeschöpft werden.