Zerbst l Der Name „Kulturabend“ wird dem, was die Zwölftklässler des Gymnasiums am Ende boten, nur bedingt gerecht. Am Freitagabend wurde die Aula des Zerbster Francisceums kurzerhand zum Friedrichstadt-Palast. Im Grunde fehlten nur die Fernsehkameras, um sich wie in der beliebten TV-Show „Ein Kessel Buntes“ zu fühlen.

Mit Musik, Theater, Tanz und einer professionellen Moderation boten die Schüler ein fantastisches Programm ganz in Manier der DDR Kult-Show.

Unter dem Motto „Die Jahrtausendwende – eine neue Ära beginnt“ ließen die Abiturienten die vergangenen 18 Jahre sowohl musikalisch als auch in kleinen Sketchen Revue passieren. Die Akteure des Abends begaben sich auf eine emotionale Zeitreise von der Kindheit bis hin zum Erwachsenwerden.

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Erinnerungen

In kurzen bewegend-traurigen und dann auch wieder witzig-komischen Theaterstücken und Moderationen erinnerten sie beispielsweise an den 11. September 2001, den Tag der Terroranschläge in den USA, an die Flutkatastrophen in Deutschland 2002 und 2013.

Thema auch: nervige Fernseh-Werbespots, Songs mit Texten ohne jeden Sinn, die im Radio auf und ab laufen sowie die ersten dicken Handys mit Antenne, die sich in wenigen Jahren zu ultra flachen Smartphones, vollgepackt mit High-Tech verwandelt haben.

Auch musikalisch folgte ein Höhepunkt dem nächsten. Mit Songs wie „Mad world“, dem Soundtrack aus „Fluch der Karibik“, „You are the reason“ von Calum Scott oder Adeles „Set fire on the rain“ begeisterten die Zwölftklässler das Publikum in der voll besetzten Aula des Francisceums. Kein Stuhl blieb leer.

Frech und witzig

Auch die beiden Moderatoren, Johannes Herrmann und Bennet Rietdorf, denen man anfangs schon ein wenig Nervosität anmerken konnte, liefen schon nach wenigen Minuten zur Hochform auf.

Frisch, frei, frech und witzig führten die beiden Entertainer durch das Programm und sorgten immer wieder für regelrechte Lach-Salven.

Daran änderten auch die kleinen Pannen nichts, die hin und wieder für den ein oder anderen Zusatz-Lacher sorgten. Im Gegenteil, sie machten das Ganze noch sympathischer, authentischer und witziger.

Und im großen Finale brachten die Abschlussklassen ihr Lied auf die Bühne und verabschiedeten sich mit dem Abba-Klassiker „Thank you for the music“ aus dem Abend

Auf Eintrittsgeld verzichteten die Abiturienten an diesem Abend, baten jedoch um eine kleine Spende. Auch die Versorgung in der Pause übernahmen die 12. Klassen, denn der Kulturabend ist traditionell eine gute Möglichkeit, die Abi-Kasse aufzufüllen.

Unter den Gästen waren auch Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) und natürlich die Schulleiterin Veronika Schimmel. „Ein großes Kompliment, es war ein toller und unterhaltsamer Abend“, zeigte sich am Ende auch der Rathauschef begeistert.