Zerbst l „2018 haben wir erstmals die tausender Marke geknackt“, freut sich Stephanie Kölling. Sie ist 1. Vorsitzendes des Vereins der Essenzen-Fabrik, die ihr Urgroßvater einst zur Herstellung von Fruchtsaftessenzen gegründet hatte. Längst hat sich die alte Fabrikhalle in eine Kleinkunstbühne verwandelt, die zwischendurch zu einem gemütlichen Kinosaal wird.

Filme aus aller Welt

Ab April flimmern monatlich Komödien, Dramen oder auch Literaturverfilmungen über die Leinwand. Aus rechtlichen Gründen durften die gezeigten Titel bislang nicht genannt werden. Das ändert sich nun. „Ab sofort dürfen wir richtig Werbung machen“, berichtet Stephanie Kölling von der neuen Mitgliedschaft beim Filmclub Güstrow. „Wir müssen jetzt allerdings 5 Euro Eintritt nehmen“, bemerkt sie. Dennoch hofft Stephanie Kölling auf rege Resonanz bei den Filmvorführungen. Zum Auftakt am 5. April wird „Das Leben ist ein Fest“ gezeigt.

Daneben haben die Vereinsmitglieder ein vielfältiges Programm organisiert, das im Dezember mit einer Premiere ausklingen wird. Unter dem Motto „Weihnachten unterm Lampenschirm“ findet ein Adventsmarkt statt, wie die Vorsitzende verrät.

Fitness-Tag

Bis Glühweinduft über den Hof zieht, wartet die Essenzen-Fabrik mit ganz unterschiedlichen kulturellen sowie kulinarischen und sportlichen Angeboten auf. Beim Tag der offenen Tür am 27. April können Gäste anlässlich des World Wide Vegan Bake Sale wie in jedem Jahr probieren, wie Kuchen schmecken, die ohne Ei und Milch gebacken wurden. Am 1. Mai wird dann erneut zum Fitness-Tag eingeladen. Eine Fortsetzung erlebt ebenfalls der Trommelworkshop mit Falk Röske. „Das letzte Mal waren wir über 20 Teilnehmer“, erinnert sich Stephanie Kölling. Manch einer habe sich sogar schon eigene Trommeln zugelegt, weiß sie.

„Super toll“ sei auch das Improvisationstheater „Tapetenwechsel“ aus Magdeburg angekommen, blickt Stephanie Kölling zurück. Zwar sei die Veranstaltung etwas spärlich besucht gewesen. Aber dem Ensemble sei es gelungen, dass die Zerbster nach anfänglicher Zurückhaltung auftauten und von denen am Ende einige selbst auf der Bühne standen. „Freiwillig“, betont Stephanie Kölling. Keine Frage, dass „Tapetenwechsel“ für 2019 und zwar für den 19. Oktober nochmal engagiert wurden.

Neugierig macht Stephanie Kölling ebenfalls auf den Auftritt von Ralph Turnheim, der „Stimme des Stummfilms“. Auch er begeisterte bereits im vergangenen Jahr die Zuhörer in der Essenzen-Fabrik mit seinen charmanten Reimen und der Interaktion mit dem Publikum. Am 3. Mai kehrt er nun mit der lyrischen Vertonung des Filmklassikers „Zorro“ (1920) zurück und verspricht einen unterhaltsamen Abend, den der Verein gemeinsam mit der Stadtbibliothek veranstaltet.

Alle Generationen

Zum ersten Mal sei Stefan Strehler zu Gast, weist Stephanie Kölling auf den Workshop „Kreatives Schreiben“ am 28. und 29. September hin. Jeden, der gern Kurzgeschichten, biografische Erlebnisse oder gar einen eigenen Roman zu Papier bringen möchte, leitet er an. Strehler, der mit seiner Familie im Brandenburgischen wohnt, agiert jedoch nicht nur als Autoren-Couch, sondern verfasst auch selbst Erzählungen. Einige finden sich in seinem 2017 erschienenen Buch „Taxi-blues“, das er bei einer musikalischen Lesung vorstellen wird.

Apropos. Nach Erich Kästner steht dieses Jahr Kurt Tucholsky im Focus. „Der kleine dicke Mann mit der Schreibmaschine“ lautet der Titel der literarischen Veranstaltung am 25. Mai, die das neueste Vereinsmitglied mitgestaltet. Silke Schmidt ist jüngst dem Essenzen-Fabrik e.V. beigetreten, der mit ihr nun 14 Frauen und Männer zwischen 19 und 67 Jahren zählt, wie Stephanie Kölling verrät.

Sie lässt ebenfalls Sybill Ciel nicht unerwähnt, die schon mehrfach in Zerbst gastierte. „Das ist meine Melodie“ heißt es am 17. August, wenn die Dessauer Sängerin gemeinsam mit dem charmanten Plauderer Rainer Wein in die Goldenen Zwanziger Jahre entführt. Keine Schlager, sondern feurige Salsa-Klänge hingegen werden das Latino-Fest am 29. Juni prägen, bei dem die Band „Panameña Son“ für die Live-Musik sorgt.

Nach der Veranstaltung gefragt, auf die sie sich am meisten freut, mag sich Stephanie Kölling nicht festlegen. Allerdings würde sie sich eine Sanieung der umgebauten Fabrikhalle wünschen. Der Putz an den Wänden bröckelt inzwischen, zudem löst sich der verlegte PVC-Bodenbelag. „Es wäre schön, wenn es Fördergeld dafür geben würde“, sagt die Vereinsvorsitzende.

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