Deetz l Pünktlich zu Ostern hat in Deetz die Spargelernte begonnen. Die Verfrühung, wie die Abdeckung der Spargelreihen mit schwarzer Folie auch genannt wird, hat das beliebte Gemüse zeitiger wachsen lassen, sagt Landwirt Mathias Mösenthin. Die Folgen der Corona-Pandemie haben seine Pläne für die Ernte durcheinander gewirbelt. Nur ein Teil der Erntehelfer aus dem benachbarten Polen schaffte es noch rechtzeitig über die Grenze. Die erfahrenen Spargelstecher stehen ihm auch in diesem Jahr zur Seite, ist er erleichtert.

Für die Sortierung und Besetzung der Verkaufsstände musste er vor dem Osterfest andere Lösungen finden. Viele Kunden haben bei ihm angerufen und sich angeboten. Die ersten Tage haben alle nun gemeistert. „Die Mannschaft steht“, sagt er. Nun müsse er abwarten, wie der Absatz laufe.

Bauern setzen auf eigene Vermarktung

Zwar sind die Supermärkte geöffnet und die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert. Doch die Spargelbauern setzen bei der Ernte vor allem auf die eigene Vermarktung, um die Kosten wieder reinzuholen. Den Handel werde er nicht beliefern, sagt Mathias Mösenthin. Die Margen, die verlangt würden, seien zu hoch, bestätigen auch andere Spargelbauern. Deshalb müssen sie von der Produktion bis zur Vermarktung alles in Eigenregie betreiben, um die Kosten zu decken.

Ob sich der Einsatz lohnt, ist zurzeit noch nicht absehbar. Denn mit den Gaststätten falle bislang einer der großen Absatzkanäle aus. Bis zur Hälfte der Spargelernte liefern die Landwirte im Frühjahr an die Gastronomie. Doch seit Wochen sind die Gaststätten und Restaurants geschlossen. Selbst wenn die Beschränkungen in den kommenden Wochen gelockert werden sollten, bleibe ungewiss, wie sich dies auf den Spargelabsatz auswirken werde, meint er. Kommt in den kommenden Wochen zu viel des Edelgemüses auf den Markt, dürften die Preise schnell fallen, ist dabei eine der großen Sorgen.

Die Spargelernte ist allerdings sehr personalintensiv. Zweimal am Tag müssen die Spargelstecher durch die Reihen laufen, um die Stangen zu stechen. Anschließend muss das Gemüse gewaschen und sortiert werden, bevor die eigenen Stände beliefert werden. Der Aufwand spiegelt sich auch im Preis wider. Wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickeln, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Vor allem auch davon, wie sich große Erzeuger verhalten. Mit seinen zehn Hektar Spargelfeldern gilt der Deetzer Landwirt als keine große Marktmacht. Andere Erzeuger haben größere Anbauflächen und eine größere Ernte. Wenn ihnen auch wichtige Abnehmer aus der Gastronomie wegbrechen, stellt sich für sie die Frage, wohin mit dem Gemüse? Allerdings sind die Mengen, die aktuell den Markt erreichen, noch überschaubar, da noch nicht alle Spargelbauern mit der Ernte begonnen haben. Im benachbarten Lindau ist dies der Fall.

Trockenheit wird zum Problem

Die Wetterbedingungen könnten zudem in den kommenden Tagen das Angebot weiter verknappen. „Wir brauchen ganz dringend Regen“, sagt Mathias Mösenthin. Der letzte größere Regen sei einige Wochen her, erinnert er sich noch gut. Ohne Regen werde der Spargel in den kommenden Wochen nicht einfach so weiter wachsen, ist er überzeugt. Die Trockenheit ist nicht nur in der höheren Waldbrandwarnstufe zu erkennen. Zu sehen ist sie auf den Feldern inzwischen auch beim Raps, der längst mit der Blüte begonnen hat.

Und auch vielen anderen Flächen sind die Pflanzen sehr klein geblieben, weil es am Wassernachschub mangelt. In den vergangenen warmen Tagen war dies den Pflanzen bereits an einigen Standorten anzusehen. Je nach Bodenbeschaffenheit lagen sie bereits schlaff auf dem Boden.