Steckby l Ein Mai-Mittsommernachts-Weihnachtsbaum, Bänke zum Verweilen und nun gibt es auch eine Bücherzelle am Ende der Hauptstraße von Steckby. Für jedermann zugänglich, jeder kann sich bedienen an der Lektüre. Fünf Regalböden sind gefüllt mit Büchern in dieser Zelle.

Bücher in der Zelle

„Anders als in anderen Zellen können die Bücher per Fahrrad oder zu Fuß, auf dem Elberadweg, auf dem Lutherweg oder in die Häuser von Steckby entlassen werden, um neue Leser zu treffen“, lautet die Einladung an der Zellentür, „Finden sie ein Buch interessant? Nehmen sie es mit, denn es möchte gelesen werden! Es möchte frei sein und andere Leseratten als Freunde gewinnen.“

„Ich hatte das schon öfter gesehen, in Wörlitz, im Bundesumweltamt“, erzählte Sabine Faßhauer, die gleich um die Ecke am Steckbyer Klaasberg wohnt. So etwas wäre doch auch was für Steckby, dachte sie. Die Nachbarn und Freunde der „Bänkerstreet“ fanden die Idee ebenso toll, und so wurde das Projekt umgesetzt. Vom Ortschaftsrat gab es die Zustimmung, von der Stadtverwaltung die Genehmigung dazu.

Sabine Faßhauer erstand eine ausrangierte Telefonzelle. Bei Michendorf ist ein Lager, wo alte originalgelbe oder magentagraue Telefonzellen abgeholt werden können. Mit Unterstützung der Nachbarn erfolgte die Abholung Ende April. Über den Sommer ging es daran, die alte graue Zelle aufzuhübschen. Sogar von hinten ist es ein Prachtstück geworden. Da hat sich Boris Krmela, der jedes Jahr für den Steckbyer Carnevalsclub Wagen und Plakate malt, eingebracht. „Er hat mir die Figuren vorgezeichnet“, so Sabine Faßhauer.

Stempel und Kisten

Die Regalböden wurden passend gemacht, der Standort vorbereitet. Einige Bücher kamen von der Steutzer Bibliothek, andere aus einem Nachlass. Alle wurden mit einem Steckbyer Bücherzellenstempel versehen. So weiß derjenige, der ein Buch mitnimmt, wo er es her hat.

In einer Gemeinschaftsaktion konnte die Bücherzelle installiert werden. Seit mehr als zwei Wochen steht die Bücherzelle nun an ihrem Standort in unmittelbarer Nähe des Gasthauses „Zum Biber“. Da, wo Radfahrer und Ausflügler Station machen und da, wo sich Steckbyer treffen. Eine Privatinitiative bereichert einmal mehr das Dorf.

Sabine Faßhauer ist die Patin der Zelle. Sie wird sich weiter um innere und äußere Belange kümmern. Unter dem untersten Regalboden befindet sich eine Kiste, in die Bücher hineingelegt werden können. Ungelesen, halbgelesen oder ausgelesen können sie hier weitergegeben werden. Die Patin wird schauen, ob diese Bücher in Ordnung sind und dann einsortieren und stempeln.

„Etliche Bücher sind schon raus, das Angebot wurde schon genutzt“, freut sich Sabine Faßhauer, die dann auch schauen wird, ob und wann eine Winterruhe auf Grund der Witterung notwendig ist.